19.05.2023 23:01

13. Mai 2023

Am Freitagabend noch die Kleider und alles andere bereit gemacht. Was nimmt man mit für 8 Wochen? Welches Wetter erwartet uns - von bitterkalt bis sommerlich warm, nasses "Huddelwetter" bis zu wunderbarem Sonnenschein? Gar nicht so einfach. Aber irgendwann stehen die verschiedenen Kisten und Zainen bereit und warten darauf, am Samstagmorgen ins Wohnmobil gepackt zu werden.

 

Um 13:00 Uhr ist alles bereit und der Roadtrip Richtung Norden geht los. Geplant sind rund 2700 km Richtung Lofoten. Luftlinie wäre dies die Entfernung von Zürich nach Kairo! Da haben wir uns und unserem WoMo ganz schön was vorgenommen. Wir sind gespannt. Doch schon nach gut 10 km stockts: Stau von Urdorf bis Wallisellen, gut eine Stunde für diese Strecke. Wenn dies das Omen für unsere Reise ist, dann können wir bestenfalls in den Lofoten wenden und zurückfahren. Doch danach geht’s rassig und problemlos  via Schaffhausen und Stuttgart Richtung Norden. Wir entscheiden uns, in Würzburg zu übernachten. Park- und Übernachtungsplatz für Wohnmobile direkt bei der Innenstadt und direkt am Main. Wir essen in der Stadt und freuen uns mit vielen anderen Leuten an einem der ersten lauen Frühlingsabenden. Das erste Glace draussen. Und viele Leute geniessen den Abend mit einem Glas Wein auf der grossen Fussgängerbrücke über den Main.

28.05.2023 22:09

25. Mai 2023

Leider können wir heute nicht reiten gehen, das Wetter ist zu schlecht. Es windet viel zu stark (das Wohnmobil wird so richtig durchgeschüttelt) und es regnet immer wieder sehr stark und von allen Seiten.

 

Wir gehen mal erst Frühstücken im Restaurant. Das Frühstück wird von einer älteren Dame welche ursprünglich aus Oslo stammt, betreut. Dieses Wetter sei gar nicht ihres, empfängt sie uns, sie wolle endlich Sommer. Wobei Sommer hier 15 Grad heisst. Aber die aktuellen 2 bis 3 Grad, bei dem Wind gefühlt als -5 Grad, machen wirklich keine Frühlingsgefühle. Sie macht sich richtig Sorgen um uns was wir denn machen wollen. Und sucht uns alle Prospekte mit Schlechtwettervorschlägen aus der näheren und weiteren Umgebungen zusammen. Wir können sie fast nicht beruhigen. Zu erwähnen wäre auch noch: Das Buffet war wirklich exquisit.

 

Wir ziehen also einen Ruhetag ein und verziehen uns in unser rollendes Tiny House. Lesen, Schlafen, Essen, Faulenzen. Auch das geht. Und am späteren Nachmittag raffen wir uns auf und stellen uns den Gewalten des Wetters. Wir erleben auf unserem stündigen Spaziergang alles: Sonne, Schneefall, Graupel, Regen, Sturm.


Wobei das Wetter und die wechselnden Sichten - wenn's mal nicht quer regnet - doch auch ihren Reiz haben.


Und manchmal können wir uns nur mit dem Rücken gegen den Wind stellen und abwarten, bis die Böe und der Regen oder der Schnee vorbei sind. Doch innert Sekunden kann dann wieder die Sonne da sein, bis die nächste schwarz/graue Wand kommt.

 

Am Abend belohnen wir uns noch mit einem schönen Nachtessen im zum Hof gehörenden Restaurant.

28.05.2023 22:12

26. Mai 2023

Eine stürmische Nacht ist hinter uns. Immer wieder starke Böen die das Wohnmobil durchschütteln. Draussen ist es gerade noch ein Grad. Mit dem Wind etc. fühlt sich das noch viel kälter an. mLeicht unterkühlt gehen wir frühstücken. Wieder steht ein riesiges Buffet bereit, obwohl es fast keine Gäste hat. Gut, die Mitarbeitenden des Reitstalls und des Restaurants essen auch hier.


Danach geht’s Reiten. Ausgerüstet mit Winter-Outdoor-Overalls und einer Kurzeinführung per Video, wie man mit einem Island-Pferd umgeht. Wir sind 4 Kunden und 2 Guides, wobei eine zu Fuss unterwegs ist. Das bewährt sich auch. Die Pferde sind hier immer draussen, auf den Weiden sind einfach grosse Wände aufgestellt, wo sich die Island-Pferde in den Windschatten stellen können. Die Weiden sind auch sehr karg. Beim Reiten stürzen sich die Pferde dann auch sofort auf alle schönen Grasbüschel am Wegrand. Wenn man dies nicht im allerersten Moment mit einem starken Zug am Zügel und zusammenklemmen der Beine unterbindet: chancenlos. Monica, die Guide zu Fuss, hat viel zu tun. 


Danach geht's weiter auf unserer Reise. Ziel ist Henningsvaer, das Venedig des Nordens. Ein Dorf, das auf mehreren Inseln gebaut ist. Auf Luftaufnahmen sieht das Dorf wirklich toll aus. Die Fahrt führt zuerst etwa 40 km auf einer schmalen Strasse, auf der Kreuzen nicht wirklich möglich ist, der Küste entlang. Bis bald dann mal wieder die nächste grosse Brücke über einen Fjord oder zur nächsten Insel folgt.


Henningsvaer ist dann aber eher nicht speziell. Eine spannende Zufahrt über mehrere Brücken, das Dorf selber ist für mich aber nichts Spezielles. Wir entscheiden uns, nicht hier zu bleiben, sondern nur kurz etwas zu essen und dann nach Svolvaer weiterzufahren. Das Wetter ist immer noch sehr wechselhaft. Innert Minuten wechselt es vom strahlenden Sonnenschein zum winterlichen Schneetreiben ohne Sicht. Während des Essens überfällt erneut wieder eine dicke Niederschlagswand mit grosser Geschwindigkeit das Dorf und stürzt sich den Berg hinunter. Hier scheint noch die Sonne, so gibt es unter der Wolke einen Regenbogen!


Nach dem Essen fahren wir weiter nach Svolvaer, der Hauptstadt und grössten Stadt auf den Lofoten. Rund 4'700 Menschen leben hier. Wir finden einen Stellplatz mitten im Städtchen beim Industriehafen in Gehdistanz vom Zentrum und richten uns da für die Nacht ein. Es schneit auch am Abend immer wieder, der Wind ist extrem kalt. Wir fühlen uns wie auf einer Expedition in die Arktis, als wir zurück zum Wohnmobil gehen. Naja, wir sind auch nördlicher als Island und viel nördlicher als z.B. Anchorage in Alaska. Dass dieser Teil Europas überhaupt so besiedelt ist, ist nur dem Golfstrom zu verdanken, welcher das Klima etwas mässigt. Finden sich hier in Norwegen ja die nördlichsten Universitätsstädte der Welt und sind einige Häfen wie zum Beispiel Narvik auch im Winter eisfrei.


28.05.2023 22:20

27. Mai 2023

In der Nacht schneit es in grossen Flocken. Aber immerhin bleibt der Schnee nicht liegen. Der Wetterbericht für die nächsten 10 Tage sieht nicht wirklich erfreulich aus, Regen und auch immer wieder starker Wind. Für heute Nachmittag ist auch eine Sturmwarnung für die Region aktiv. Da wir mehrere grosse, hohe Brücken passieren müssen entscheiden wir uns, nicht nach Andenes im Norden der Vesteralen zu fahren, sondern zurück aufs Festland zu gehen und da zu entscheiden, ob wir allenfalls Richtung schwedisch Lappland gehen. Wir fahren sehr früh ab (05.00 Uhr !), weil jetzt das Wetter noch gut ist. Auf den Strassen absolut kein Mensch und kein Verkehr. Mit dem Morgenlicht und dem frischen Schnee herrscht auch eine wunderbare Stimmung. Wir sehen auch unseren ersten Seeadler, aber natürlich verzieht sich auch dieser von seinem Sitz auf einem Fels auf einem kleinen Inselchen bevor wir die Kamera bereit haben. Nach wenigen Kilometern eine Bauabsperrung über die Strasse und eine kleine, norwegisch beschriftete Tafel. Was wir verstehen: Strasse bis 06:00 gesperrt, Umleitung. Wir folgen also der Umleitung auf einer ziemlich schmalen und holprigen Nebenstrasse. Das Navi meint, dass wir in 15 km rechts abbiegen sollen. Dies scheint also doch eine grössere Umleitung (oder gar ein grösserer Umweg?) zu sein. Wir fahren quer über die Insel, von der Südseite an die nördliche Küste. Dann, nach eben diesen 15 km, rechts und weiter entlang dem Meer, ebenfalls auf einer schmalen und einfachen Strasse. Das Navi meint, dass wir in 34 km links abbiegen können. Hoffentlich kommen wir da dann wieder auf die Hauptstrasse. Wir umfahren noch 2 wunderschöne Fjorde, das heisst aber jedesmal, dass für eine Strecke von ein paar hundert Metern Luftlinie mehrere Kilometer am einen Ufer entlang hin und am anderen zurück gefahren wird. Und endlich sind wir dann wieder auf der Hauptstrasse E10. Für eine gesperrte Strecke von etwas mehr als 15 km haben wir einen Umweg von knapp 50 km machen dürfen. Aber: der Weg ist das Ziel!

 

Die Landschaft ist immer sehr abwechslungsreich. Es ist, als hätte jemand einen riesigen Baukasten mit endlos vielen unterschiedlichsten Bauteilen für Küsten, Fjorde, Berge, Strände, Wiesen, Brücken, Tunnels, Häuser und Höfe und vielem mehr gehabt und hinter jeder grösseren Kurve wieder etwas ganz neues zusammengebaut. Sehr eindrücklich ist auch die Fahrt durch einen  5km langen Tunnel unter dem Meer hindurch von einer Insel auf die andere. Zuerst geht es im Tunnel fast endlos und recht steil bergab, bis es dann genau gleich wieder bergauf geht.

 

Nach dem Mittag erreichen wir Narvik. Narvik ist eine Hafenstadt und seit Anfang der 20. Jahrhunderts wird hier das Eisenerz aus dem schwedischen Bergbaus in Kiruna auf Schiffe verladen. Das Erz kommt mit der Bahn über das Gebirge nach Narvik. Dank dem Golfstrom und dem langen Fjord ist dieser Hafen das ganze Jahr eisfrei. Viel zu bieten hat Narvik nicht. Wir übernachten auf einem Stellplatz mit etwas Sicht auf den Hafen. 

03.06.2023 23:23

28. Mai 2023

Morgens nochmals die App des Norwegian Meteorological Institute (sehr empfehlenswert für eine Norwegen Reise und meiner Meinung nach hervorragend gemacht) konsultiert. Wir müssen uns entscheiden, ob wir etwas südwärts nach Nordschweden gehen, wo das Wetter etwas besser ist, oder hier im Norden Norwegens bleiben wollen. Die Sturmwarnungen wurden wieder etwas reduziert, die Vorhersagen sehen nicht mehr ganz so übel aus. Deshalb entscheiden wir uns, von Narvik nach Andenes an die Nordspitze Vesterålens zu fahren. Wenn das Wetter dann wirklich mit macht, gehen wir von da aus Wale und Papageientaucher beobachten. Ein abwechslungsreicher Roadtrip über rund 250 km, vorbei an Fjorden, Bergen, über Brücken und durch Moorlandschaften. Unterwegs sehen wir auch nochmals einen Elch. Zudem hat es auch immer wieder Rentierherden, welche sich in der Nähe des Meers auf den Wiesen ausruhen. Zum Teil direkt neben bewohnten Häusern mit Hunden im Garten.


In Andenes ist der Campingplatz noch geschlossen, kann aber verwendet werden, wenn man WC und Dusche nicht benötigt. Als wir ankommen, sind wir die einzigen da und suchen uns unseren Platz aus, so dass wir beim erwarteten starken Wind heute Nacht wenigstens etwas geschützt sind. Die Lage des Platzes ist sensationell schön.


Am Abend fahren wir noch mit den Bikes ins Dorf Andenes rein. Andenes hat 2'500 Einwohner. Viel los ist nicht. Es hat eine Basis der Norwegischen Luftwaffe und der Nato mit einem Flughafen, der auch zivil genutzt wird. Das Dorf selber gibt nicht viel her. Heute Sonntagabend ist nur eine Pizzeria geöffnet. Diese scheint der Treffpunkt der Jugendlichen von Andenes zu sein und ist sehr gut besucht.

 

Inzwischen kommt auch die angekündigte Regenfront und der stärkere Wind an, sodass wir eine ziemlich unangenehme Rückfahrt zum Wohnmobil haben. Wir werden zudem noch von einer Wasserfontäne von einem vorbeifahrenden Auto ausgiebig geduscht. Der Regen lässt später nach und es hat einige wolkenlosen Stellen, die jedoch mit dem Wind sehr schnell vorbei ziehen. Wir haben so die (kleine) Hoffnung, dass wir heute Nacht die Mitternachtssonne sehen können. Auf jeden Fall herrscht un 23:30 eine wunderbare Stimmung direkt von unserem Platz am Meer aus (siehe Bild). 


Und wie es natürlich sein muss, schiebt sich die Regen-/Wolkenwand genau ab Mitternacht vor die Sonne. Naja, aufgehoben ist nicht aufgeschoben.



03.06.2023 23:32

29. Mai 2023

Wir haben eine ziemlich stürmische Nacht hinter uns. In den Böen Windstärke 7 bis 8. Es hat das Wohnmobil doch ziemlich durchgerüttelt. Doch heute Morgen der schönste Sonnenschein, wenn auch noch eine ziemlich steife Brise weht.Wir haben für heute eine Wal-Tour gebucht, jedoch haben wir bereits gestern eine Nachricht erhalten, dass das Wetter sehr unsicher sei, der Start der Tour frühestens um 16:00 erfolgen könne und noch ziemlich unsicher sei. Wir gehen deshalb mit der Kamera bei uns am Strand auf Vogel-"-Jagd" und erwischen  ein Pärchen Austernfischer.


Danach machen wir uns auf mit den Velos nach Andenes zum Hafen für die Walsarfari. Leider ist immer noch ungewiss, ob die Tour starten kann. Von Land aus etwas unverständlich, ist doch strahlend schönes Wetter, der Wind noch eine steife Brise und der Wellengang auf dem Meer draussen sieht auch noch moderat aus. So warten wir halt und versuchen, das schöne Wetter, auch wenn es ziemlich kalt ist (3 - 4 Grad), zu geniessen.


Um 18:00 Uhr geht’s los mit der Tour, Schon bald nach der Ausfahrt aus dem Hafen merken wir, dass das Meer bei weitem nicht so harmlos ist, wie es vom Land aus ausgesehen hat. Es wirft unser Schiff MS Reine doch ziemlich hin und her. Es ist nicht möglich, sich auf Deck zu bewegen ohne sich an der Reling oder einem Geländer richtig festzuhalten und weiter zu ziehen. Der Bug geht doch mit jeder Welle einige Meter auf und ab, zudem rollt das Schiff sehr stark.Mit dem Echolot sucht die Mannschaft nach Tönen von Walen. Sie können sie so unter Wasser ca. auf 5 km orten und verfolgen bis sie auftauchen. So stampfen und rollen wir übers Meer und versuchen krampfhaft unser Gleichgewicht zu halten, bis wir hören, dass sie einen Wal aufgespürt haben und nun auf sein Auftauchen warten.

Und dann ist es wirklich soweit, direkt neben dem Schiff taucht ein Pottwal auf! Wir können rund 10 bis 15 Minuten neben dem Wal bleiben und ihn aus nächster Nähe sehen, bis er wieder abtaucht. Wir können noch einen zweiten Pottwal aufspüren und beobachten. Danach fahren wir zum Hafen zurück. Die Fahrt wird dann doch eher zur Tortur, ist der Wind doch wieder zu Sturmstärke hochgefahren und es regnet und ist kalt. Zudem macht bei vielen Leuten auf dem Schiff der Magen wirklich nicht mehr mit. So kommen wir ziemlich durchfroren im Hafen von Anderes an und fahren, natürlich mit Gegenwind und Regen, die rund 4 km zurück zu unserem Wohnmobil. Gegen 21.00 Uhr sind wir zurück, wärmen uns kurz auf und räumen zusammen. Den wir fahren heute abend noch rund 10 km auf den Campingplatz in Bleik, wo wir am nächsten Tag auf Puffin Safari gehen wollen. Kaum da angekommen klart der Himmel wieder auf und die Sonne ist wieder sichtbar. Eine wunderschöne Stimmung so rund um 23:00 Uhr. Ob es heute klappt mit einer Mitternachtssonne? Doch leider verzieht sich dieses Stück blauer Himmel auch diese Nacht kurz vor Mitternacht Richtung Osten, sodass sich die Sonne gegen Norden hinter den Wolken versteckt. Aber auch so, es ist die ganze Nacht hell.

 

05.06.2023 10:46

30. Mai 2023

Wir gehen wir zu Fuss zum Hafen für unseren Ausflug zur Vogelinsel um Papageientaucher (Puffins) zu sehen. Wir fahren mit einem kleinen, älteren Fischerboot, Laura, welches Platz für maximal 12 Personen hat.  Kapitän und Führer sind zwei "knurrlige" ältere vermutlich pensionierte Norweger. Der Kapitän verzieht sich wortlos ins Steuerhaus. Der Guide ist nicht so wortkarg und hat einen trockenen Humor. Wir erfahren einiges über die Papageientaucher. Auf der Insel leben ca. 100'000 Papageientaucher. Zudem hat es auch einige Trottelummen und Kormorane. Die putzigen Papageientaucher leben den ganzen Winter über im Meer zwischen Grönland, Island und Norwegen und kommen nur im Sommer zu speziellen, gut geschützten Plätzen an Land, um zu brüten. Jedes Paar hat nur ein Ei, welches es in einem Erdloch ausbrütet. Und wenn es soweit ist, dass das Junge das Nest verlassen soll, wird es von den Eltern nicht mehr gefüttert. Irgendwann hat es so Hunger, dass es das Nest verlässt. Rund um die Insel hat es riesige Schwärme von Papageientaucher. Die Vögel seien so smart - sagt zumindest der Guide - dass sie das Schiff erkennen und wissen, dass keine Gefahr droht. Deshalb können wir mit dem Schiff auch sehr nahe an die Schwärme heranfahren und fliegen die Vögel auch sehr nahe daran vorbei.

Es windet nach wie vor ziemlich stark und der Seegang ist auch so nahe an der Küste noch erheblich. Deshalb bleiben wir auf der Leeseite der Insel  Der Guide meint, es lohne sich sowieso nicht auf die andere Seite zu fahren, man sehe ja die selbe Insel, nur halt von der anderen Seite. Wo er recht hat, hat er recht.


Nach zwei Stunden sind wir zurück. und fahren dannauf der Westseite von Andoya wieder zurück. Die Strecke entlang der Westküste ist eine Nebenstrasse und einiges schmaler, kurviger und länger als die Hauptrasse auf der anderen Seite. Landschaftlich ist diese aber viel schöner und abwechslungsreicher, ein Umweg der sich wirklich lohnt. Ganz speziell sind die Farben an den Küsten: die grünen Wiesen und der rote, braune und gelbe angespülte Seetang.


Wir fahren heute nicht ganz 100 km und übernachten im Friluftcenter Andoya auf der nächsten Insel. Wir haben etwas erhöht am Hang einen schönenden Platz mit einer wunderbaren Aussicht auf den Fjord. Zum Dessert essen wir Moltebeeren. Eine Pflanze, welche es nur im Norden gibt und welche wir nicht gekannt haben. Die Beere selber ist nicht schlecht, hat aber einen sehr speziellem Geschmack.

 

05.06.2023 11:01

31. Mai 2023

Wir fahren der Küste entlang südwärts Richtung Sortland, da müssen wir uns entscheiden, wie die Reise weitergehen soll. Eher südwärts nach schwedisch Lappland oder nach Nordosten auf die Insel Senja. Bis Sortland habenwir abwechselnd innert kürzester Zeit wieder alles erlebt an Wetter: Sonne,Regen, Schneefall. Der Entscheid, in welche Richtung zu fahren, fällt so nichtleichter. Obwohl der Wetterbericht für die RegionTroms weiter nur Temperaturen von 1 bis 3 Grad jedoch zwischendurch auch Aufhellungen und vor allem keinen Sturm mehr vorhersagt, entscheiden wir uns, nach Nordosten  zu fahren. Wir sind überzeigt, die spannendere Alternative gewählt zu haben.


Zwischendurch müssen wir anhalten wegen Rentieren auf der Strasse. Diese bewegen sich auch hier in bewohntem Gebiet mit einer Selbstverständlichkeit und ohne Scheu. Respekt haben wir vor allem vor einer "speziellen Art" Möwen: Den Kamikaze Möwen. Diese fliegen entweder diagonal oder frontal auf das fahrende Wohnmobil zu und drehen erst im letzten Moment ab.  Keine Ahnung, ob dies ein Spiel ist oder diese einfach keine Angst vor Autos haben. Wir erleben dies aber doch einige Male und möchten uns nicht vorstellen was passiert, wenn die Vögel mal zu spät reagieren. Die Möwen sind hier doch eher recht gross….

 

Wir fahren also dem Fjord entlag Richtung Harstad. Die Sicht ist mal besser, mal schlechter. Einmal schneits kurz, dann regnet es wieder etwas, dann ist es wieder trocken. Sogar die Sonne zeigt sich zwischendurch. Um nach Harstad zu kommen müssen wir den Fjord mit der Fähre von Flesnes nach Refsnes überqueren, eine Fahrt von knapp 30 Minuten. Am Schluss kurz vor der Fähre wird die Strasse echt schmal und wir sind froh, dass uns hier kein Lastwagen entgegen kommt. Vermutlich haben wir die Fähre gerade knapp verpasst. Wir müssen gut eine Stunde warten, sind aber so auch die ersten in der Schlange.  Dafür haben wir dann auch die Pole Position auf der Fähre und können die Fahrt mit Aussicht aus dem Wohnmobil geniessen.


In Harstad entscheiden wir uns uns , weiter zu fahren und die Fähre nach Sørrollnes zu nehmen und allenfalls da zu übernachten. Wir müssen auch hier eine knappe Stunde warten, haben aber dafür wieder die Pole-Position. Die Fähre ist nicht so klein und fährt so alle 90 Minuten. Und sie war auch recht gut besetzt. Deshalb sind wir etwas überrascht, dass die weiterführende Strasse sehr schmal ist. Kreuzen ist zwischen zwei PWs knapp möglich. Wir haben aber Glück uns es kommt kein Gegenverkehr. Nach wenige Kilometern wird die Strasse ungeteert und nur noch eine Spur breit, da diese neu gebaut wird. Wir kommen hier an die Baustelle einer neuen Brücke über einen Bach. Da wird gerade ein Lastwagen entladen, wir können nicht weiter fahren. Eine Signalisation oder Info gibt es nicht. Wir warten mal, und nach gut einer Viertelstunde ist der Lastwagen leer und wir fahren mal weiter. Weiter hinten wird aber der Lastwagen mit neuem Kies beladen, wir dürfen nochmals warten und manövrieren uns dann an dem wieder zurückfahrenden Lastwagen vorbei durch die Baustelle. So macht das Fahren doch Spass! Nach einigen Kilometern ist die Strasse dann wieder geteert, bleibt jedoch sehr schmal und sehr kaputt, riesige Schlaglöcher und extreme Wellen in der Strasse. Wir können im besten Fall mit 40 bis 50 km/h fahren, meist nur mit 20 bis 30. Nach rund 30 Kilometern wird die Strasse etwas besser und breiter. Es geht eine besonders schöne Strecke dem Fjord entlang, speziell schön sind auch die frisch verschneiten Berghänge. Es gibt dann auch wieder einen 3 Kilometer langen Tunnel unter dem Fjord hindurch. Also 1,5 Kilometer steil bergab, dann 1.5 km wieder bergauf. Wir nehmen an, dass es hier gegen 80 bis 100 m unter den Meeresspiegel geht. Später geht es dann auch wieder über eine Brücke über den Fjord. Mit etwas Sonne und den frisch beschneiten Berghängen doch ein wunderbares Fotosujet! Kurz darauf erreichen wir gegen 20:00 Uhr Sjovegan. Hier hat es einen schön gelegenen Stellplatz direkt am Meer und mitten im Dorf. Wir sind ganz alleine auf dem Stellplatz. Zuerst windet es sehr stark und ist sehr kalt. Danach scheint aber auch wieder die Sonne und es ist windstill und recht angenehm.

07.06.2023 17:43

1. Juni 2023

Während der Nacht herrscht immer wieder dichtes Schneetreiben, so dass am Morgen alles überzuckert ist. Wir nehmens gemütlich und machen uns dann auf den Weg nach Senja. So geht es weiter dem Meer entlang, dann auch wieder etwas in die Höhe und wieder zurück ans Meer. Sobald es ein paar Dutzend Meter in die Höhe geht, hat es auch vereinzelt Schnee auf der Strasse. Der Winter ist hier definitiv zurück. Und generell wechseln sich Schneeflocken, Sonnenstrahlen und Regen munter weiter ab. Auch die Strassen sind sehr abwechslungsreich, mal gut ausgebaut, dann wieder schmal und grosse Schlaglöcher. Nachdem wir bei Finnsness die Brücke auf die Insel Senja überquert haben, geht es quer über die Insel, vorbei an Seen und kleinen Dörfern, bis wir an einem Fjord die Nordseite der Insel erreichen. Die Strasse zweigt nun ab und schraubt sich steil in die Höhe über einen Pass. Hier ist alles wunderschön frisch verschneit, der Winter hat uns definitiv wieder zurück.  Nun geht es durch einen Tunnel weiter. Generell sind hier und auf den nächsten Kilometern die Tunnels sehr spannend. Die Tunnels sind nicht wie bei uns verkleidet, sondern man sieht den nackten Fels. Die Beleuchtung ist sehr, sehr spärlich. Nach der Einfahrt in den Tunnel sieht man die ersten Meter deshalb fast nichts. Die Norweger fahren in diesen Tunnel dann auch mit Scheinwerfern. Zudem sind die Tunnel so schmal, dass man nicht oder fast nicht kreuzen kann. Bei Gegenverkehr muss man sich bei einer etwas breiteren Stelle halt irgendwie arrangieren. Zum Glück hat es nicht allzu viel Verkehr, und irgendwie klappt es immer. 


Nach dem Tunnel auf der Passhöhe geht es noch ein paar hundert Meter durch ein kleines Hochtal mit einem kleinen See weiter, dann um die Kurve, und dann…..  Wow! Nach der Kurve erwartet uns die Aussicht auf einen wunderschönen und grossen Fjord. Von nun an geht es etwas 50 km entlang der Küste weiter. Es ist definitiv eine der schönsten Strecken, die wir je gefahren sind. Ein Highlight folgt dem anderen. Hier hat die Natur effektiv mit der ganz grossen Kelle angerichtet. Dass heute Nachmittag die Sonne auch mitspielt, macht natürlich auch viel aus.

 

Später folgt dann die Fähre um weiter nach Tromso zu fahren. Die Strasse wird vor der Fähre auch wieder schmaler und schmaler. Aber wir sind uns dies inzwischen auch gewohnt und nach den letzten Tunnels schreckt uns eigentlich gar nichts mehr. Weiter geht es dann noch rund 100 km dem Meer entlang Richtung Tromso. An zwei Buchten wurden spezielle Nistkästen für die Möwen aufgestellt. Die Möwen thronen da in einem Kistchen auf einer Stange und schauen sich von da recht zufrieden um. Was es damit auf sich hat, finden wir jedoch nicht heraus. Kurz nach 20.00 Uhr erreichen wir nun von Nordosten her die Vororte von Tromso. Man merkt eigentlich gar nicht, dass diese Stadt weit jenseits des Polarkreises in einer arktischen Region liegt. Schmucke Häuschen mit Vorgärten und Rasenflächen, Einkaufszentren und vieles mehr was zu einer Stadt gehört. Über die zwei grossen Brücken von Tromso fahren wir zum Campingplatz.


07.06.2023 17:55

2. Juni 2023

Am Morgen fahren wir mit den Bikes über die grosse Brücke in die Stadt. Mit dem Bike über diese Brücke zu fahren, ist schon grosses Kino! Schade nur, dass es ausgerechnet jetzt wieder beginnt zu regnen (gemäss Wetterbericht sollte es trocken bleiben) und auf der Brücke der Wind doch stark und kalt bläst. Später richtet sich dann das Wetter doch nach dem Wetterbericht und klart etwas auf, auch wenn weiterhin ein sehr kalter Wind weht. Aber eben, wir sind halt in arktischen Regionen. Wir nehmen unsere Bikes und fahren ein paar Kilometer zur Talstation der Gondelbahn auf den Fjellheisen, den Hausberg von Tromso. Oben erwartet uns eine atemberaubende Aussicht auf Tromso und die umliegenden Fjorde. cAn der Bergstation hat es auch ein Restaurant wo wir ein Zvieritörtli mit heisser Schoggi und Wahnsinnssausicht geniessen.


Abends fahren wir mit dem Taxi (Elektro BMW neuster Generation, absolut futuristisch) nach Tromso und geniessen direkt am Hafen im Restaurant Fiskekantoriet ein hervorragendes 6-Gang Fischmenu.


Generell fällt auf, wieviele Elektroautos in Skandinavien unterwegs ist. Gefühlt jedes 4 oder 5. Auto auf der Strasse ist elektrisch. Auch grosse Wohnwagen werden mit E-Autos gezogen. Es hat aber auch eine sehr ausgebaute Ladeinfrastruktur. Dass das hier mit den grossen Entfernungen und auch der Kälte funktioniert, sollte eigentlich jeden Skeptiker überzeugen.

07.06.2023 18:07

3. Juni 2023

Wir entscheiden uns nun definitiv, nicht weiter nach Norden zu fahren. Das heisst, dass Tromso der nördlichste und östlichste Punkt unserer Reise ist. Man muss sich bewusst werden, wie weit nördlich Tromso auf der Weltkarte liegt. In Kanada und Alaska sind soweit nördlich mehrheitlich keine Strassen und nur noch vereinzelte Dörfer zu finden. Dank dem Klima und dem Golfstrom sind hier in Norwegen noch Städte und Dörfer normal zu finden. Eindrücklich! 


Wir fahren nun entlang der Fjorde um Tromso Richtung Narvik, machen aber noch verschiedene Abstecher auf Neben- und Stichstrassen und sehen so noch verschiedene Fjorde, Seen und einen Wasserfall. Später führt die Strasse dann weg von der Küste und mehr durch das Gebirge und vorbei an Wäldern und Seen. Eine gelungene Abwechslung nach über 3 Wochen Meer und Fjorden :-).

 

Auf einem der Abstecher auf Nebenstrassen entdecken wir eine etwas spezielle Busshaltestelle. Wenn das keine Motivation bringt, den öffentlichen Verkehr zu benutzen? Oder fahren die Busse hier so selten, dass es etwas Aufmunterung und Gelegenheit braucht, sich zu verpflegen?


Während wir bei der in der Nähe gelegenen Brücke einige Fotos machen, ruft uns winkt uns ein Mann von der Veranda seines Hauses mit einem ziemlich grossen Garten. Wir verstehen ihn auf die Distanz nicht und haben keine Ahnung, was er meint. Wir gehen aufeinander zu. Dieser ältere Herr, er spricht leider sehr schlecht Englisch, möchte jedoch nur wissen, wo wir herkommen und wo wir hin reisen. Es scheint, dass er sich einfach nur darüber freut, hier in der Abgelegenheit wieder einmal neue Gesichter zu sehen. Er meint, wir könnten auch gut auf dem Parkplatz der nahe gelegenen Schule übernachten. Das störe niemanden, denn die Schule habe vor kurzer Zeit dicht gemacht. Wenn wir wollten, könnten wir die Schule auch kaufen. Wir danken ihm herzlich für das Angebot, lehnen aber ab. Wir möchten gerne noch etwas weiter fahren. Ich denke, er war doch etwas enttäuscht. Wir könnten uns auch gut vorstellen, dass er es ist, der die Bushaltestelle so schön gestaltet. Würde irgendwie zu ihm passen. Leider haben wir nicht danach gefragt.

 

Am späteren Nachmittag kommen wir in Narvik an und übernachten beim schon bekannten Stellplatz beim Hafen

07.06.2023 18:13

4. Juni 2023

Der Wetterbericht für heute ist eher schlecht, Regen und Wind. Wir schlafen deshalb mal gemütlich aus und holen nach 10:00 Uhr, als die Geschäfte hier am Sonntag öffnen, frische Brötchen und Schoggigipfeli.

 

Wir fahren heute auf der grossen Hauptstrasse E6 zwischen dem Süden und Norden Norwegens weiter südwärts Richtung Fauske, wo die Landschaftsroute entlang der Küste mit dem ersten Teil entlang der Helgelandküste, beginnt.  Die Strecke wäre auch hier sehr schön. So nehmen wir zumindest an, denn die Wolken sind ziemlich tief und es regnet, sodass von der Landschaft nicht allzu viel zu sehen ist. 

 

Uns fällt jedoch auf, dass hier der Frühling doch sehr viel weiter ist. Etwas weiter nördlich hatten die meisten Bäume noch keine Blätter, die ganze Landschaft hatte noch ein sehr winterliches Aussehen, an vielen Orten hatte es ja auch noch Schnee. Hier haben die Bäume die frischen Blätter bekommen und uns fällt insbesondere das intensive hellgrün der Blätter, aber auch des Grases und der Moose auf. Aber wir sind immer noch in der arktischen Region. Was besonders auffällt, wenn die Strasse wieder etwas in das Gebirge geht. Nur wenige Höhenmeter machen hier direkt den Wechsel der Jahreszeit aus. Ist an der Küste ein richtig kräftiger Frühling, wo auch die ersten Blumen - Schlüsselblumen - blühen, sind nur ein paar Dutzend Meter höher die Bäume noch kahl und das Moos und Gras noch bräunlich grün. Und wieder ein paar Meter höher herrscht noch der Winter mit Schnee und gefrorenen Seen. So reisen wir heute mehrmals durch verschiedene Jahreszeiten. Die Strasse führt von Fjord zu Fjord durch die Berge und entlang von Flüssen.

 

Die Tunnels sind aber im Vergleich zu den letzten Tagen sehr luxuriös! Sie sind ausreichend gut beleuchtet und das Kreuzen ist auch zwischen zwei Lastwagen fast problemlos möglich. 

 

Plötzlich entdecken wir direkt neben der Hauptstrasse zwei Elche. Trotz verhältnismässig vielem Verkehr können wir das Wohnmobil etwas weiter knapp neben der Strasse legal anhalten und gehen die rund 150m bis zu den beiden Tieren zurück. Sie sind noch da und lassen uns auch ziemlich nahe kommen, wenngleich sie uns auch kritisch beobachten. Endlich können wir auch gute Fotos schiessen. So aus der Nähe merken wie auch, wie gross diese Tiere sind. Und wir wissen nun auch, weshalb Elche so lange Beine haben: Damit sie völlig elegant und gemütlich über die Leitplanke an der Strasse steigen können :-) .

 

In Fauske übernachten wir an einem Stellplatz direkt am Meer. Schade, dass es jetzt wirklich ins Strömen regnet, der Platz wäre eigentlich noch schön gelegen, direkt bei einem kleinen Park und beim Hafen.


Neben dem Stellplatz hat es ein kleines Häuschen mit einem mit Gras bewachsenen Dach. Darauf nisten ein Pärchen Austernfischer und Möwen. Die Austernfischer haben bereits drei Junge. Gutes Motiv für eine Fotosession in der dank Mitternachtssonne hellen Nacht als es zwischendurch nicht regnet.

07.06.2023 18:19

5. Juni 2023

Nach wie vor prophezeit der Wetterbericht nicht eitel Sonnenschein. Erst ab Donnerstag sollte sich die Wetterlage grundlegend bessern. Da wir genügend Zeit haben und es schade finden, die Küstenstrasse bei Regen und verhangenen Bergen zu fahren, fahren wir heute nur ca. 60 km weiter bis Saltstraumen in der Nähe von Bodo. Da es momentan trocken ist, machen iwir nochmals eine Fotosession mit unseren Models der Gattung  Austernfischer. Danach gehen wir noch einkaufen, da es gleich in der Nähe des Stellplatzes einen Coop Maxi hat. Ein richtig grosser Supermarkt. Schon enorm, was hier alles in den hohen Norden gekarrt wird.

 

Nun geht’s los nach Saltstraumen. Unterwegs entdecken wir noch einige sehr schöne und grosse Rentiere. Wir wenden nach einigen hundert Metern, fahren zurück und finden in der Nähe einen Platz, wo wir unser Gefährt gut hin stellen können. Die Rentiere sind noch in der Nähe. Wir können uns ziemlich gut nähern und ein paar Fotos schiessen.


In Saltstraumen übernachten wir auf einem Campingplatz direkt am grössten Gezeitenstrom der Welt. https://de.wikipedia.org/wiki/Saltstraumen. Es ist mehr oder weniger trocken, aber ziemlich kalt. Wir wandern aber dennoch entlang des Fjords und über die grosse Brücke. Interessant sind vor allem auch die vielen Vögel, welche je nach Richtung des Stroms nach Nahrung suchen. Schlussendlich belohnen wir und in einem nahe gelegenen Hotel mit Kaffee und Törtchen, bevor wir zum Wohnmobil zurück gehen. Wir wandern dabei direkt entlang des Fjords. Am Schluss geht es da wegen Felsen nicht weiter, weshalb wir uns einen abenteuerlichen Weg durch Felsen und Moor suchen müssen.


Am Abend werfen wir trotz rund 4 Grad und Wind den Grill an. Es gibt ja kein schlechtes Wetter, nur….. Naja, den Spruch kennen wir inzwischen ja alle.



07.06.2023 18:25

6. Juni 2023

Das Wetter sieht nicht so schlecht aus, obwohl der Wetterbericht für später Regen ansagt. Wir machen uns nun auf die Landschaftsroute entlang der Helgelandsküste. Wir werden nicht enttäuscht, die ersten Kilometer sind wirklich spannend und abwechslungsreich.

Wir kommen auch an eine grössere Baustelle, wo die Strasse neu geteert wird. Wir verstehen zwar nicht ganz, weshalb, ist doch die Strasse im Gegensatz zu den Strassen die wir weiter nördlich erlebt haben, in einem hervorragenden Zustand. Wir müssen ziemlich lange warten, da der Verkehr mittels einem Leitfahrzeug über mehrere Kilometer wechselseitig durch die Baustelle und an den Arbeitern vorbei geschleust wird.

 

Das Wetter wird jetzt ziemlich schlecht. Von den vermeintlich imposanten Bergen ist kaum mehr etwas zu sehen. Bei einem Parkplatz machen wir ein längere Pause mit Mittagsschlaf um abzuwarten, ob sich die Sicht etwas bessert. Dies zumindest meint die Wetter App. Um 15:00 Uhr ist noch nicht viel bessere Sicht, und für Mittwoch ist Dauerregen angesagt. Ab Donnerstag sollte aber langsam die Sonne auftauchen, für das Wochenende sind sogar fast 20 Grad angesagt. Wir können es noch nicht richtig glauben.

 

Wir entscheiden uns deshalb, nochmals eine Pause einzulegen und suchen einen Platz, um auf besseres Wetter zu warten. Wir fahren wieder ein Stück zurück - natürlich wieder mit Wartezeit an der Baustelle - zu einem Campingplatz an einen Fjord. Der Campingplatz liegt etwas versteckt abseits der Strasse an einem schönen Küstenabschnitt. Die Reception befindet sich in einem traditionellen norwegischen Wohnhaus. Wir gehen durch die Türe rein und stehen in Entrée des Hauses, mit Jacken, Schuhen und vielem, vielem mehr. Wir öffnen mal die nächste Türe und stehen in einem ziemlich vollgestopften Wohnzimmer. An einem Couchtisch sitzt ein Mann und isst Brötchen, der Fernseher läuft.

 

Er meint, dass Gelände sei nach dem vielen Regen zu weich für unser Fahrzeug, doch wir sollten selber schauen. Und effektiv, dass Gelände ist sehr durchweicht und wir befürchten, mit unserem Gewicht zu stark einzusinken und zu pflügen. Wir fahren deshalb wieder in die andere Richtung - natürlich wieder mit Wartezeit an der Baustelle - zu einem anderem Campingplatz. Dies ist ein sehr neuer Platz direkt an einer Bucht mit Sandstrand, einem Einkaufsladen und einem Restaurant in der Nähe. Hier bleiben wir mal für zwei Nächte, bis das Wetter besser sein sollte. Alles ist hier sehr neu, es hat auch zwei ganz neue Waschmaschinen und Tumbler, welche wir heute Abend und am nächsten Tag ausgiebig nutzen.


Am Abend gehen wir im Restaurant essen. Das Restaurant ist ebenfalls absolut neu und wurde erst vor zwei Wochen eröffnet. Wir sind die einzigen Gäste. Der Wirt, ein Tunesier, der schon länger in Norwegen lebt und arbeitet, freut sich riesig, auch, dass er mal wieder französisch sprechen kann. Das Essen ist sehr gut, ein wunderschöner Crevettencocktail und Pasta mit Seafood. Am Schluss stellt der Wirt uns noch seine Frau und seinen Sohn vor. Wir hoffen, es gibt eine gute Sommersaison und das Restaurant kann so abgelegen rentieren.


Übrigens fragen wir uns schon etwas, was die Bauarbeiter wohl gedacht haben, als wir das dritte mal durch die Baustelle gefahren sind....