7. Juni 2023

Wie bereits gestern entschieden, bleiben wir hier auf dem Campingplatz und warten, bis sich morgen das Wetter bessern sollte. Zum Frühstück kochen wir gemütlich eine feine Shakshuka. Und wir nutzen die Zeit um zu waschen und am Tagebuch weiter zu schrieben.
Auch sichten wir die rund 800 bereits gemachten Bilder und laden einige davon auf unsere Internetseite: https://kaempfer.one/skandinavien-2023.html. Viel Spass beim Anschauen!
8. Juni 2023

In der Nacht und bis in den Morgen hinein regnet es noch intensiv. Doch bald endet der Regen und über dem Meer zeigt sich der erste helle Streifen mit Sonnenlicht. Die Wolken verziehen sich und machen der Sonne Platz, nur über den Bergen bleiben die grauen Wolken noch etwas hängen.
War packen zusammen, machen alles bereit und fahren weiter auf dem Kystriksveien. Und schnell zeigt sich, dass es sich gelohnt hat auf besseres Wetter zu warten. Die Strecke führt entlang der Küste und ist sehr abwechslungsreich.
Mal entlang hoher Berge mit einer weiten Sicht auf das Meer und die speziellen Schäreninseln, mal karibische Sandstrände, mal zwischen hohen Bergen entlang von schmalen Fjorden, dann wieder eher flach durch satte, grüne Wiesen. Die Strasse führt so von Insel zu Insel. Manchmal wähnt man sich an einem See in der Schweiz, dann wieder klassische norwegische Fjordsichten, dann wieder fast Mondlandschaften.
Wo die Strasse keinen Platz hat zwischen dem Meer und den steilen Berghängen führt sie über die Berge oder durch Tunnels, wovon der eine rund 7 km lang und bolzengerade ist.
Der ganze Kystriksveien führt auch über 6 Fähren. Zwei davon haben wir heute, die eine Überfahrt dauert knapp 30 Minuten, die andere rund eine Stunde.
Während der Überfahrt mit der zweiten Fähre passieren wir den Polarkreis Richtung Süden. Nun wird also die Sonne Nachts auch kurz für ca. eine Stunde unter den Horizont sinken.
Wir übernachten in Nesna, wo morgen die Fahrt gleich mit einer Fährenpassage weiter gehen wird.
9. Juni 2023

Wir tanken noch an der nahen Tankstelle auf und stellen uns als erste in die Wartereihe der Fähre. Wir haben uns natürlich mal wieder nicht um den Fahrplan gekümmert und die nächste Fähre fährt erst in knapp einer Stunde. Wir machen uns Kaffee und geniessen die Morgensonne am Hafen. Dabei fällt uns eine ältere Dame auf, die da beim Hafen neben ihrem Velo wartet. Ob sie wohl mit dem Velo auf die Fähre will? Und wohin? Da fährt ein Traktor mit je einer Blumenkiste auf der Front- und der Heckschaufel vor. Nun fällt uns erst bewusst auf, dass das Areal bei der Fähre mit solchen Blumenkästen geschmückt ist. Der Traktor wird von der Dame resolut und klar, mit grossen Gesten angewiesen, wo die Kisten hin gehören. Dies muss auf den Centimeter genau sein, so scheint es. Eine Krähe macht sich sofort auf die neuen Kästen los und sucht in der neuen Erde nach Nahrung. Ich muss lachen, scheint es doch, der Vogel hat nur auf die neuen Kästen gewartet. So komme ich mit der Dame ins Gespräch. "Jetzt ist Sommer", meint sie. "Auf diesen Tag haben wir jetzt lange gewartet. Endlich können wir die Blumenkästen wieder aufstellen. Dies ist ein ganz wichtiger Tag für mich. Jetzt kommt der Sommer". Und anscheinend sind die Krähe und die Dame alte Bekannte, seit sie den Vogel mal mit Hundeguetzli verwöhnt hat.
Bald kommt die Fähre und wir können beladen. Wir gehen aufs Oberdeck. Da die Fähre mit dem Wind fährt, windet es kaum und wir geniessen die wunderbar wärmende Morgensonne. NAch einer gute dreiviertel Stunde ist die Überfahrt vorbei und wir fahren weiter über die Insel. Bald kommen wir zur Helgelandsbrua. Diese Brücke führt in einem eleganten Bogen über den Fjord und hinunter auf eine schmale Felsinsel und so weiter zum Festland.
Wir fahren weiter entlang dem Gebirgszug der sieben Schwestern. Wir entscheiden uns ganz spontan, den Kytsriktsveien zu unterbrechen, um eine der überall hier auf die vielen vorgelagerten Insel fahrenden Fähren zu nehmen und auf eine dieser Inseln zu fahren und zu erkunden . Wir entscheiden uns - da dies die erstbeste Fähre am Weg ist - für die Insel Heroy. Wir fahren zum Fähranleger und da steht sogar gleich eine Fähre. Wie wir näher kommen sehen wir aber, dass die Rampe schon oben ist und das Schiff gerade ablegt. Die nächste Fähre legt jedoch gleich danach an. Aber weit gefehlt mit unserer Freude, die Fähre legt erst in knapp einer Stunde wieder ab. Unser Timing und die Fähren. Das passt definitiv nicht zusammen.
Die Überfahrt dauert dann 20 Minuten und wir kommen auf einer flachen Felseninsel, einer Schäre, an. Ganz in der Nähe des Fähranlegers hat es auch einen Campingplatz wo wir auf einer grossen, grünen Wiese zwischen zwei Buchten, unseren Platz auslesen können. Heroy besteht eigentlich aus verschieden flachen Schäreninseln, welche wieder über Brücken miteinander verbunden sind. man hat von hier aus einen schönen Blick auf die sieben Schwestern. Wenn man genau nachzählt, sind es aber eigentlich nur 6 Berge. Wir erkundigen uns und man erklärt uns, dass der eine Berg zwei Gipfel hat und somit doppelt zählt. Es besteht auch die Möglichkeit, von hier auf die Insel Donna zu gelangen, welche aber im Gegensatz zu Heroy aus einem grossen Berg besteht. Wir erkunden die Insel mit unseren Ebikes. Sie ist grösser, als dies auf der Karte aussieht, so dass wir heute nicht überall hin kommen wo wir wollten.
Es hat hier sehr viele Vögel, vor allem verschiedene Arten von Möwen von klein bis extra gross, Wildgänse die mit lautem Schnattern Formationen fliegen, Austernfischer, Enten und vieles mehr. Entsprechend ist auch das Konzert am Abend, wobei die grossen Möwen am spannendsten sind, ihr Repertoire geht von Kreischen bis hin zum Kindergeschrei und Hundebellen und vielem mehr. Die Möwen fliegen im Tiefflug mit teilweise fast waghalsigen Manövern durch den Campingplatz und um die locker aufgestellten Wohnmobile und -wagen. Und während wir essen sitzen sie in der Nähe im Gras und machen auf sich aufmerksam.
Wir haben diesen Frühlingstag sehr genossen. Und auch die Norweger freuen sich über dieses schöne Wetter, sei doch der Frühling dieses Jahr sehr spät und das Wetter zu lange zu schlecht und zu kalt. gewesen. Auch jetzt, wo ich dies um Mitternacht schreibe, scheint noch die Sonne ziemlich genau aus Norden noch in unser Wohnmobil und steht knapp über dem Horizont. Um 00:38 Uhr wird sie dann hinter dem Horizont verschwinden, um kurz darauf um 01:40 Uhr wieder aufzugehen.
10. Juni 2023

Bei strahlendem Sonnenschein können wir draussen frühstücken. Danach geniessen wir noch etwas die Sonne, bevor wir uns mit unseren Ebikes auf eine weitere Erkundungstour über die Insel machen. Heute fahren wir an die Westspitze der Insel Heroy. Auf dieser Seite hat es nur noch ganz wenige Häuser und die Insel ist ganz flach. Das Meer zieht sich entsprechend an vielen Orten in lange Buchten in die Insel hinein.
Weiter geht es auf der schmalen aber sehr ebenen Strasse. Es hat eigentlich keinen Verkehr mehr. Nur noch Landschaft und Meer.
Es hat viele Vögel, vor allem natürlich Möwen. Doch sehen wir auch Eiderenten, Brachvögel, viele Wildgänse. Doch leider kommt man an diese nicht nahe genug heran, um gute Fotos zu machen. Die Wildgänse fliegen mit lautem Geschnatter davon. Die Brachvögel verstecken sich im Gras oder Gebüsch und fliegen schnell weg, wenn man näher kommt. Und die Eiderenten sind zu weit weg. Und überall weiden Schafe.
Vom westlichen Ende der Insel hat man eine schöne Aussicht auf die ganze Schärenlandschaft. Wir steigen auch auf den einzigen Hügel hier, von wo aus die Aussicht noch besser ist.
11. Juni 2023

The Ferry Day! Den heutigen Tag haben wir vor allem auf Fähren respektive mit Warten auf die Fähren verbracht. Wir fahren heute von unserem Abstecher auf Heroy weiter. Am Sonntag ist jedoch hier, und wie wir später auch merken bei anderen Fähren, der Fahrplan etwas ausgedünnt. Es hat von Heroy weg um 08:45 oder um 11:45 eine Fähre. Wir entscheiden uns für die frühere. Da bei unserer Ankunft sehr viele Autos auf die Rückfahrt gewartet haben, wollen wir uns früh genug anstellen und sind schon kurz nach 08:00 Uhr am Ferjekai und Frühstücken da während dem Warten. Der grosse Vorteil, wenn man mit einem Reisemobil unterwegs ist. Es hat dann aber schlussendlich nur wenige Autos auf dieser Fähre. Nach rund 25 km auf dem Kystriksveien geht es schon auf die nächste Fähre. Wartezeit bis zur Abfahrt: 50 Minuten. Bei der dritten Fähre heute sind passts: hier warten wir nur knapp 30 Minuten. Und wir haben Glück, denn diese fährt am Sonntagmorgen nur alle 2 1/2 Stunden. Wieder einige Kilometer fahren, dann die vierte Fähre. Hier warten wir rund 1 1/2 Stunden, da am Sonntag hier von 13:00 Uhr bis 15:10 Uhr Mittagsruhe ist. Und so warten wir in Gesellschaft mit den Möwen auf die Fähre. Nach der vierten Fähre verlassen wir den offiziellen Kystriksveien und fahren der Küste nach auf einer schmaleren aber schöneren Route. Und vor allem: auf dieser Strecke hat es nochmals eine Fähre, die fünfte heute. Wir müssen hier etwa eine Stunde warten. Solche Fährenstrecken in Norwegen, vor allem an einem Sonntag, entschleunigen ungemein. Viel Wartezeit (welche man in einem gut ausgerüsteten Reisemobil mit Essen, Schlafen, Lesen, Musik hören etc. verbringen kann) und auf der Fähre, wenn es eine grössere ist wo man auf das Oberdeck kann, wunderschöne Aussichten auf die Fjorde und Inseln hat. So haben wir es dann schlussendlich geschafft, in rund 12 Stunden von Heroy nach unserem Etappenziel Namsos zu gelangen, Fahrstrecke rund 200 km.
Drei der Fähren auf unserer heutigen Etappe sind rein elektrisch angetrieben. Extrem neue, schöne und moderne Schiffe, die anstelle des Brummens der grossen Schiffsdiesel nur ein Summen ertönen lassen. Sobald diese am Kai anlegen, wird automatisch ein grosses Ladekabel angedockt und die Batterien wieder geladen. Und wenn das Schiff ablegt, wird auch das Ladekabel automatisch zurückgezogen und der Ladeturm verschlossen. Faszinierend!
Uns fällt auf, wie sich die Landschaft und Vegetation ändert, je weiter wir nun südwärts kommen. Waren es weiter nördlich doch vor allem lockere Wälder mit kleineren Birken, sind es nun sehr dichte Wälder vor allem aus Nadelbäumen, vereinzelt Laubbäumen. Birken sind nun eher selten. Die Blumen, insbesondere der Löwenzahn blüht hier schon, es hat viele vom Löwenzahn gelbe Wiesen.
Nach der letzten Fähre fahren wir auf einer schmalen Strasse mit wenig Verkehr weiter Richtung Namsos. Die Gegend ist eine grössere und wichtige landwirtschaftliche Region und demzufolge hat es viele Bauernhöfe und viel Kulturland. Wir sehen auch verschiedene Rentiere und plötzlich auch zwei Elche, welche sich auf dem Kulturland verpflegen. Da es so wenig Verkehr hat stellen wir das Wohnmobil einfach mit Warnblinker an den Rand der Strasse und steigen aus um zu fotografieren. Wir können auch ziemlich nahe ran gehen und die beiden Tiere relativ lange beobachten, bevor sie verschwinden. Einige Kilometer weiter sehen wir noch einen weiteren Elch an der Strasse, welcher aber sofort im dichten Unterholz verschwindet.
In Namsos wollen wir auf einem kleinen Stellplatz für Wohnmobile am Sporthafen übernachten. Wie wir ankommen ist mit etwas guten Willen (da zwei Kollegen doch sehr weit auseinander parkiert hatten) noch ein Platz frei. Bezahlen kann man hier aber nur mit VIPPS, einem Pendant zu unserem Twint. Nur braucht man für VIPPS unbedingt eine norwegische ID und ein Bankkonto einer norwegischen Bank. Also für Ausländer wie uns absolut nicht möglich. Wie wir gerade noch schauen, wie wir unser Fahrzeug am besten aufstellen, wird unsere Concorde von einem Paar inspiziert welche dann auf uns zukommen und auch beratend helfen, wie das Wohnmobil hinstellen. Es stellt sich heraus, dass diese zwei und ein weiteres Paar, das dazu kommt, auch mit einer Concorde hier sind. Und er bietet uns an, diese VIPPS Bezahlung für uns zu machen und wir können ihm das Geld bar geben. Die beiden Paare sind unterwegs an ein Concorde Treffen in Bodo. Im September sei dann in Norwegen ein grösseres Treffen mit bis jetzt über 60 Concordes. Sie meinen, wir sollen doch auch kommen….
Namsos ist eine kleine Stadt. Wir gehen am Abend noch entlang des Sporthafens in die Stadt. Rund um den Hafenbereich sind alle Häuser relativ neu, jedoch im Stil der norwegischen Fischerhäuser nachgebaut. Wir finden ein Restaurant und geniessen eine hervorragende Sushiplatte.
12. Juni 2023

Wir stehen zeitig auf, wollen wir doch das heute angesagte schöne Wetter mit Temperaturen um die 20 Grad geniessen. Wir gehen zuerst in ein Einkaufszentrum, um Brot und Gipfeli zu kaufen. Nach einem kurzen Frühstück mit Kafi und Gipfeli fahren wir los. Wir fahren wir noch einige Kilometer auf der Strecke von gestern zurück, weil es da sehr schöne Stellen an einem Fjord mit drei Brücken gehabt hatte. Da es aber regnete, hatten wir nicht angehalten und dies heute nachgeholt.
Kurz nach Namsos halten wir bei einem Fjord an, stellen Tisch und Stühle auf und geniessen hier einen ausgedehnten Brunch an der Sonne mit Fjordsicht. Nach rund 70 km - und ohne Fähren - kommen wir danach in Steinkjer an. Steinkjer ist die grösste Ortschaft, welche wir in den letzten 3 Wochen besucht haben und wir müssen uns doch wieder etwas an den vielen Verkehr gewöhnen. Im Norden waren wir doch oft auf Strassen unterwegs, wo man pro Stunde vielleicht maximal 5 andere Autos gesehen hat. Wir stellen das Wohnmobil auf einen Campingplatz zur Abwechslung mal nicht am Meer, sondern an einen Fluss.Wir geniessen noch etwas die richtig Nachmittagssonne, es sind nun über 20 Grad im Schatten. Im Vergleich mit den letzten Tagen also einen Temperaturanstieg für uns von rund 20 Grad, mit dem Wind um- gerechnet wahrscheinlich gut 30 Grad.
Danach gehen wir noch etwas in die Stadt. Auf der Hauptstrasse ist nicht viel los, es hat auch wenige Restaurants. Wir finden in einer Seitenstrasse ein nettes Kaffee und geniessen an einem Tischchen draussen einen Cappuccino mit Zimtschnecke.
Steinkjer hat aber neben dem eigentlichen Zentrum ein riesiges Einkaufszentrum. Das Stadtleben spielt sich anscheinend da drin ab. Hier hat es auch verschiedene Restaurants. Am meisten faszinieren uns zwei grosse Geschäfte, welche irgendwie fast allen anzubieten scheinen, was es gibt: Obs und Clas Ohlson, erster zusätzlich mit einer riesigen Lebensmittelabteilung.
Wir essen in einem Steakhouse noch etwas und geniessen danach die Abendsonne und -wärme "zu Hause" vor unserem Wohnmobil.
13. Juni 2023

Wir fahren heute nach Trondheim. In den Reiseführern finden wir nicht viele Informationen zu dieser Strecke. Es sind aber auch nur gut 100 km. So ist dies wirklich auch nur ein Transfer und wir nehmen die Hauptverbindungsstrasse E6. Es gäbe zwar noch andere Strecken nach Trondheim, u.a. mit einer Fähre, aber auch hier ist ausser Fischen am Meer nicht viel erwähnt.
Und so ist auch die Strecke nicht sehr speziell. Mehrheitlich geht es durch Landwirtschaftsgebiet, hügelig, es sieht eigentlich aus wie zu Hause in der Schweiz. Ausser dass die Häuser im norwegischen Stil gebaut sind. Zeitweise geht die Strecke aber auch entlang eines Fjords. Dieser ist aber sehr breit und man wähnt sich eher ein einem grossen See.
Bald erreichen wir Trondheim. Trondheim ist eine wirklich grosse Stadt und wir müssen uns an die vielen Leute, den vielen Verkehr und das ganze "Gewusel" wieder gewöhnen. Wir stellen das Mobil auf einen grossen Stellplatz für Wohnmobile. Dieser ist recht gut besucht.
Die Busse hier in Trondheim sind mehrheitlich elektrisch betrieben und haben eine Länge von 24m, also wie eine grosse Strassenbahn. An den Endstationen werden die Busse automatisch an die Ladestation angedockt, das sieht extrem spannend aus und ist faszinierend.
Mit unseren Ebikes fahren wir in die Stadt, obwohl es eigentlich zu Fuss nur gut 15 Minuten zu gehen sind. Aber mit den Ebikes sind wir mobiler und flexibler unterwegs. Trondheim ist überraschend abwechslungsreich und interessant. Es hat die Innenstadt mit der obligaten grossen Hauptstrasse (Kungsgata), eine alten Teil mit modern renovierten alten Fischerhäusern und ein modernes Viertel im ehemaligen Hafengebiet, welches den Stil der Lagerhäuser modern wieder aufgenommen hat und Wohnungen, Büros und Restaurants hat. Wir fahren in alle Quartiere und auch auf die ehemalige Burg, von wo aus man eine schöne Aussicht über die ganze Stadt hat.
Die Stadt hat extrem viele Restaurants und alle haben Tische draussen auf den Trottoirs. Da es sehr schönes Wetter ist und auch extrem warm iats, hat es auch extrem viele Leute auf den Strassen und den Restaurants. Überall geniessen die Leute von Trondheim die Sonne und den Sommer. Es ist richtig Leben auf der Strasse!
Im neuen Hafengebiet finden wir ein schönes Restaurant mit Blick auf den Fluss und nehmen nachher noch einen Schlummertrunk auf dem Floss auf dem Fluss welches zu einem Pub gehört.
14. Juni 2023

Wir verlassen Trondheim im Laufe des Morgens mit den grösseren Zielen Kristiansund und Alesund. Zuerst fahren wir kreuz und quer durch die Innenstadt. Dies ist vor allem auf Strassen mit zwei Spuren spannend, wenn auf der Spur nebenan noch der Linienbus mit der Länge von 24m durchdrängelt.
Bald sind wir auf der Europastrasse E6 welche nach Trondheim zuerst eine richtige Autobahn ist. Schon speziell nach fast einem Monat schmalen und holperigen Strassen, Bald wird aber auch die E6 wieder zwei- oder dreispurig. Wir verlassen bald die E6 auf eine schmalere und einfachere Landstrasse, welche durch eine bergige Landschaft mit grösseren schneebedeckten Bergen, steilen Hügeln und tiefblauen Seen führt. Wären da nicht die typisch norwegischen roten Scheuen und Häuser, man könnte sich in der Schweiz wähnen.
Wir wählen bald schon eine noch einfachere und schmalere Strasse, welche uns auf einem etwas weiteren Weg aber an der Küste entlang Richtung Kristiansund führen wird. Wir halten an einer Marina am Ende eines Fjords und machen ein Picknick zum Mittagessen. Danach geht die Fahrt weiter. Hier führen die Fjorde weit ins Landesinnere und bilden mit den Hügeln und Bergen viele Inseln. Die Strasse führt mehrheitlich entlang dieser Fjorde, aber oft auch über kleinere Berge. Und sehr oft über Brücken zwischen diesen Inseln. Diese Strecke scheint touristisch noch nicht so bekannt zu sein. Es hat recht wenig Verkehr und auch meist keine Parkplätze an den schönsten Stellen. So gibt es auch wenige Möglichkeiten zum Übernachten. Wir finden einen kleinen Platz direkt an einem Fjord mit Platz für etwa 6 Wohnmobile. Es ist kein eigentlicher Campingplatz, sondern ein Haus mit einem Steg und Umschwung. Eingewiesen werden wir von einem älteren Deutschen, welcher hier Langzeit- und Stammgast ist. Wir erfahren von ihm die halbe Lebensgeschichte. Und es ist wunderschön hier und wir bleiben gerne.
Mit den Bikes erkunden wir noch die Umgebung und folgen auf einer schmalen ungeteerten Naturstrasse einem Fjord bis zu einem Weiler mit einigen Bauernhöfen. Abends geniessen wir noch lange die Abendsonne und die Aussicht an unserem Platz am Wasser.
15. Juni 2023

Heute haben wir vor, nur bis Kristiansund zu fahren und die Stadt dann zu erkunden. Fahrzeit etwa eine Stunde. Wir verzichten auf das Frühstück und werden uns in Kristiansund ein Restaurant für ein Mittagessen an der Sonne suchen. Nach kurzer Fahrt entlang der Küste und auch durch hügliges Landwirtschaftsland erreichen wir mal wieder eine Fähre. Heute passt es besser, wir müssen nur knapp 10 Minuten warten. Ist aber auch kein Kunststück, diese Fähre fährt jede halbe Stunde. Die Überfahrt auf dieser Elektrofähre dauert 20 Minuten und führt durch eine Bucht in den Fjord und offenbart schöne Aussichten.
Kurz danach kommen wir in Kristiansund an. Die Einfahrt nach Kristiansund ist eindrücklich, Zuerst geht es nahe an der Landeschwelle des Flughafens vorbei, die landenden Flugzeuge fliegen sehr tief über die Strasse hinweg. Danach geht es über eine hohe Brücke mit einer schönen Aussicht auf die grossen Schiffe im Hafen und die Stadt. Kristiansund ist über mehrere Inseln verteilt und hat so einen grossen und natürlich geschützten Hafen.
Mit den Bikes fahren wir ins Zentrum und suchen ein Restaurant. Wir stehen an der Strasse am Meer und studieren die Karte. Da kommt sofort ein Mann auf uns zu und fragt uns, was wir suchen und ob er helfen kann. Wir haben generell die Norweger auf dieser Reise als sehr offen, äusserst freundlich und sehr hilfsbereit kennengelernt. Im Strassenverkehr sind sie zudem sehr geduldig, gelassen und rücksichtsvoll. Da wird nie gedrängelt, wenn wir mit dem grossen Teil etwas langsamer fahren als erlaubt bleibt man geduldig hinter uns.
Wir entscheiden uns für ein Restaurant direkt am Meer. Bestellen muss man drinnen an der Bar, aber immerhin wird das Essen dann an den Tisch gebracht. Ausser einigen spannenden Schiffen im Hafen hat Kristiansund nicht viel zu bieten, so entscheiden wir uns, die Essensvorräte nochmals etwas aufzufüllen und dann weiter zu fahren.
Als nächste Etappe steht die berühme Atlantikstrasse an. Die Strasse überquert hier in eleganten Bögen einen Sund über verschiedene kleine Schäreninseln und Brücken. Wir sind sehr auf diese Strecke gespannt und etwas skeptisch, ob diese Strecke unsere Erwartungen erfüllt. Wir fahren am späteren Nachmittag im Gegenlicht der eher tief stehenden Sonne über die Strecke. Die Landschaft und diese Strecke sind einfach beeindruckend. Wir wenden später und fahren die rund 10 km nochmals zurück zu einem kleinen Campingplatz. Auch in der Gegenrichtung ist diese Strecke einfach der Hammer, wobei natürlich das wunderschöne Wetter und der Dunst in Richtung der Berge das ganze enorm aufwerten.
Wir ergattern noch einen der letzten Plätze direkt an einem kleinen Sportboothafen und haben eine schöne Aussicht auf das Meer und den Beginn der Atlantikroute.
Nach einem kurzen Apéro entscheiden wir uns, mit den Ebikes die Strecke nochmals zu fahren um noch einige Bilder mehr schiessen zu können. Mit den Bikes ist es natürlich viel einfacher, irgendwo anzuhalten. Auch jetzt werden wir absolut nicht enttäuscht. Danach grillieren wir und geniessen die wunderbare Abendsonne mit Blick aufs Meer.
16. Juni 2023

Wir fahren heute weiter Richtung Alesund. Ebenfalls eine kürzere Etappe von knpp 120 km. Die Fahrt geht nochmals über die Atlantik-Route und dann über die Insel, teilweise entlang des Sunds oder Fjords. Dann geht es nochmals etwas in die Höhe und durch ein Hochtal entlang von höheren und eindrücklichen Bergen. Interessant wie hier rund 200 Höhenmeter einen schon ins Hochgebirge bringen.
Wir haben uns entschieden, anstatt dem Geirangerfjord und den Trollstigen Richtung Alesund zu fahren, da die Landschaft bei diesen beiden berühmten Sehenswürdigkeiten sicher sehr schön sind, wir in der Schweiz aber ähnliche Pässe und Seen haben und wir den Geirangerfjord vor 30 Jahren schon beim schönste Wetter erleben durften.. Der Plan ist, weiter der Küste entlang zum Sogne- und Hardangerfjord weiterzufahren.
In Molde ist die nächste Fährenpassage fällig. Aber hier keine Herausforderungen mit dem Fahrplan respektive den Wartezeiten, da diese Fähre alle 20 Minuten fährt. Die Überfahrt dauert aber doch eine knappe Stunde. Und auch wenn dies sehr grosse Fähren und eine grössere Strecke sind: Die Fähren sind voll Elektro. Ich bin wirklich begeistert.
Nach weiteren rund 30 km kommen wir in Alesund an. Hier hat es einen sehr schönen und neuen Stellplatz direkt am Fjord. Wir geniessen noch die Nachmittagssonne mit einem Apéro, bevor wir in die kleine Innenstadt gehen. Bei einem Brand 1904 wurde die Stadt mehrheitlich zerstört und mit deutscher Unterstützung durch Kaiser Wilhelm wieder im Jugendstil aufgebaut. Holzhäuser sind hier verboten, diese müssen zur Minimierung der Brandlast in Stein erbaut werden.
Wir flanieren etwas durch die Stadt und wandern auf den Hügel, von welchem wir eine schöne Sicht auf die Stadt haben. Abends geniessen wir ein hervorragendes Abendessen im schönen und coolen Restaurant Bro. Wir haben einen Tisch mit Sicht auf das Wasser und mit Abendsonne.
Dank dem starken und kostenlosen WiFi hier auf dem Stellplatz Alesund (einen grossen und herzlichen Dank an die Gemeinde Alesund, auch für den hervorragenden und schönen Stellplatz!) können wir rund 100 zusätzliche Bilder hochladen: skandinavien-2023.html (neue Bilder ab Seite 5).
17. Juni 2023

Heute wollen wir von Alesund zur Insel Runde fahren. Auf Runde hat es eine grosse Felsenküste welche verschiedenen Vögeln, unter anderen Papageientaucher, als Brutplatz dienen. Für Papageientaucher ist es der am südlichsten gelegene Brutplatz. Auf Runde hat es einen schönen Campingplatz welcher auch Bootstouren zu den Felsen organisiert, zudem kann man auch zu diesen Felsen wandern.
Die Fahrt von Alesund geht über eine Strecke von rund 120 km. Luftlinie ist diese Insel gar nicht so weit entfernt, doch führt die Strasse mit mehreren grossen Brücken über verschiedene Inseln rund um die Fjorde und Buchten mit einer Fährpassage. Unser Navi warnt uns bei der Abfahrt vor einer Höhenbeschränkung auf 3.40 m kurz vor dem Ziel in Runde. Wir sind etwas irritiert und rufen den Campingplatz deswegen an. Da wird uns, etwas unfreundlich mitgeteilt, dass keine Höhenbegrenzung z.B. aufgrund eines Tunnels vorhanden sei. Also starten wir unsere "Fjordrunde". An diesem Morgen ist es mit an den Bergen tief liegenden Wolken sehr dunstig. Trotzdem ist die Strecke entlang der Küste sehr spannend, Wir passieren auch einige grosse Werften mit ihren grossen Kränen und grossen Schiffen.
Kurz vor dem Ziel, es sind noch knapp 15 km, auf der zweitletzten Insel, führt die Strasse durch einen Tunnel. Und siehe da: Höhenbeschränkung 3.40 m! Keine Chance für unser Mobil mit knapp 3.80 m Höhe. Ein Plan B muss her. Wir versuchen herauszufinden, ob es eine andere Strasse gibt, doch wir finden nichts. Weitere Variante: Es hat auf den beiden Inseln vorher zwei Stellplätze für Wohnmobile gehabt. Wir könnten da übernachten und morgens mit den Bilkes nach Runde fahren. Hin und zurück wären dies dann ca. 50 bis 60 km. Oder es werden vielleicht auch von diesen Inseln Fahrten zu den Vogelfelsen angeboten. Also versuchen wir es bei einem Stellplatz an einer Marina. Es ist niemand da. Es hat hier vor allem Hütten zum Mieten, wir sehen auch keine gute Möglichkeit, hier unser Reisemobil hinzustellen also weiter. Der nächste Versuch ist in einem grösseren Ort. Hier hat es mitten im Ort einen guten Wohnmobil Stellplatz, das würde mal passen. Da es aber doch schon wieder recht weit bis nach Runde wäre versuchen wir herauszufinden, ob es hier irgendwelche Touren zu diesem in allen Führern empfohlenen Vogelfelsen gibt. Aber nichts ist angeschrieben, an der Marina werden keine Touren oder ähnliches angeboten. Wir fragen mal im grössten Hotel direkt an der Marina nach, da dieses doch im Internet Ausflüge nach Runde als Aktivität aufführt. Die Dame an der Rezeption kann uns die Handynummer des Organisators solcher Ausflüge angeben. Es sei halt noch keine Saison. Wir rufen an. Ansage auf Norwegisch, wir drücken mal die Eins. Es kommt eine Combox. Neuer Versuch mit der Zwei: Es klingelt endlos.
Also entscheiden wir uns, nach Alesund zurückzufahren. Von da aus hat es Ausflüge mit einem RIB Boot. Dieses kann sogar über Internet gebucht werden. Nach der Buchung machen wir uns also auf den Weg zurück. Zurück in Alesund geniessen wir nun die Sonne an unserem Platz direkt am Steg dieses sehr schönen Stellplatzes. 240 km, zwei Fährenpassagen und wir sind wieder am Startpunkt von heute Morgen. Aber der Weg ist das Ziel und die Rückfahrt war sehr schön, auch weil sich das Wetter völlig aufgeklart hat.
18. Juni 2023

Am Mittag finden wir uns mitten in Alesund am Kanal für unseren Ausflug nach Runde ein. Zuerst werden wir mit wasserdichtem Thermoanzug, Schutzbrille und Schwimmweste ausgerüstet. Dann geht es los mit einem dieser Festrumpfschlauchboote. Platz haben 12 Passagiere und der Fahrer. Man sitzt auf einem Sitz, ähnlich einem Sattel, jedoch leicht gefedert und hat am Vordersitz Griffe zum Festhalten. Mit dem Antrieb von zwei 350 PS starken Motoren geht’s los. Und wie. Das Boot beschleunigt extrem schnell und kann Geschwindigkeit von 80 bis 100 km/h erreichen. Lustig wird es als wir den geschützten Bereich nach dem Hafen verlassen. Das Boot macht richtig schöne Sprünge über die Wellen und fliegt nur so dahin. Zuerst besuchen wir ein Fischerdorf einer kleinen Insel nahe Alesund. Diese Insel ist mit dem Auto nur über drei Tunnel unter dem Meer durch erreichbar. Dann geht’s weiter zu einigen ganz flachen Felsinseln im Meer. Hier hat es oft Robben. Anscheinend haben sich diese aber irgendwo sonst zum Sonntagsessen verabredet, die Inseln sind leer. Wir sehen nur eine Robbe die in einiger Entfernung schwimmt und dann wieder abtaucht. Weiter geht es nun zur Insel Runde über das offene Meer mit grösseren Wellen und somit auch grösseren Sprüngen des Boots. Ich hätte vorher nie gedacht, dass dies so Spass macht. Wobei es natürlich auch ein grosser Vorteil ist, dass heute wieder sie Sonne scheint, der Wind nicht stark ist und es relativ warm ist.
In Runde umrunden wir zuerst die Spitze der Insel mit einem Leuchtturm. Dieser Leuchtturm stand früher weiter unten auf der Klippe, wurde aber bei einem Sturm zerstört, sodass er weiter oben erstellt wurde. Am ehemaligen Platz des Turms hat es nun kleine Häuschen, die man mieten kann. Sehr schöne Lage, so lange es nicht stürmt.Nun geht’s weiter zu den Vogelfelsen. Hier brüten Dreizehenmöwen, Trottellummen, Papageientaucher, Eissturmvögel ,Tölpel und Tordalke. An den Felsen sind alle, auch die kleinsten Nischen und Absätze von nistenden Vögeln besetzt. Was auffällt, die Vögel bauen ihre Nester auch mit Resten der verlorenen Kunststoffnetze der Fischer. Und ab und zu ziehen auch Weissschwanzseeadler vorbei.M it dem Schlauchboot können wir sehr nah an die Felsen heranfahren. In ganz langsamer Fahrt macht das Boot auch beinahe kein Geräusch. So fahren wir in eine kleine Grotte, über uns die Felsen mit den brütenden Vögeln. Wir hoffen alle, dass diese gerade nichts fallen lassen. Danach geht es in rasanter Fahrt durch verschiedene andere Arme der Fjorde zurück nach Alsesund. Der Fun Faktor dieser Boote, wenn diese auch vermutlich nicht gerade ökologisch top sind, ist enorm gross.
19. Juni 2023

Wir hatten uns entschieden, auf den Geiranger Fjord zu Gunsten der Insel Runde zu verzichten. Nachdem wir nun am Samstag vor der letzten Insel wegen einer Höhenbeschränkung im Tunnel nicht nach Runde fahren konnten und den ganzen Weg umsonst gemacht haben, sind wir der Meinung, dass wir auch den Umweg über den Geirangerfjord in Kauf nehmen. Wir können online für 14:00 Uhr eine Passage mit der Fähre von Hellesylt nach Geiranger buchen, also die ganze Länge des eigentlichen Geirangerfjords. Wir machen uns also auf den Weg nach Hellesylt, dies sind gemäss Navi knapp zwei Stunden Fahrt. Wir sind sehr früh dran und können uns Zeit lassen. Nach kurzer Strecke mal wieder eine Fähre. Als wir am Kai ankommen, werden gerade die Autos entladen, wir können also eigentlich ohne gross Warten auf die Fähre fahren. Keine grosse Leistung, die Fähre fährt ja im 20-Minuten-Takt. Wir überqueren den breiten Storfjord, welcher sich zwischen hohen Bergen in tiefen Tälern weit in das Landesinnere zieht und von dem verschiedene weitere Fjorde abzweigen, auch der Geirangerfjord. Die Überfahrt ist extrem schön, wir können vom seitlichen oberen PW Deck aus die Aussicht und die Überfahrt geniessen. Weiter geht die Fahrt entlang eines Fjords und dann immer weiter ein Tal aufwärts. Sehr viel Landwirtschaft und Kulturland. So geht es stetig bergauf. Wir erreichen ein grösseres Skiresort, Strandafjellet. Jetzt geht es steil abwärts nach Stranda, ein Städtchen an einem weiteren Ausläufer des Storfjords. Es geht aber gleich wieder in einem ähnlichen Tal bergauf. Das Navi zeigt, dass es nur noch wenig mehr wie 10 km bis Hellesylt, welches ja am Fjord und somit auf Meereshöhe liegt, sind. Es geht aber weiter bergauf und vor uns hat es nur Berge. Plötzlich ein Tunnel. Es geht lange im Tunnel bergab. Nach der Ausfahrt eine herrliche Sicht auf einen weiteren Arm des Storfjords und den Geriangerfjord.
Um 13:30 Uhr kommt die Fähre aus dem Geirangerfjord und dreht Richtung Hellesylt. Danach können wir auf die Fähre fahren, es wird wirklich jeder Zentimeter ausgenützt.
Wir richten uns auf dem Oberdeck ein und freuen uns auf die Fahrt durch den berühmten Fjord. Das Wetter macht auch mit, es zeigen sich aber langsam wieder neue Wolken. Bald ist 14:15, das Beladen schon länger abgeschlossen, doch das Schiff fährt nicht ab. Eine gewissen Unruhe macht sich auf dem Schiff breit. Bald ist 14:30 Uhr, wir sind immer noch in Hellesylt vertäut. Dann eine Durchsage: Aufgrund eines technischen Problems verzögert sich die Abfahrt. Und weitere 10 Minuten später die bittere Nachricht, dass der Kurs nicht durchgeführt werden kann und das Schiff wieder entladen wird. Die Enttäuschung ist sehr gross. Es bleibt uns aber nichts anderes übrig, als auf das Fahrzeugdeck hinunter zu steigen und dann rückwärts wieder aus dem Schiff zu fahren.
Wir entscheiden uns aber, auf den Geirangerfjord nun definitiv zu verzichten und weiter zu fahren. Wir haben noch verschiedene Landschaftsrouten auf dem Weg weiter Richtung Bergen, Stavanger und Oslo, welche wir unbedingt noch fahren möchten. Zuerst geht es einige Kilometer aufwärts, bis wir in einem Hochtal sind und dieses durchfahren. Das Tal erinnert etwas an das Engadin, nur hat es fast keine Häuser und Dörfer da. Dann geht es abwärts, bei einer kleinen, schmalen Brücke in einer engen Kurve ist noch etwas Strategie und Manövrieren gefragt, da genau auf der Brücke eine Kolonne angeführt von einem holländischen Reisecar, gefolgt von anderen Autos, Lieferwagen und Wohnmobilen entgegenkommt. Hinter uns sind auch mehrere Fahrzeuge. Aber schlussendlich schaffen wir es alle, aneinander vorbei zu kommen. Dann erreichen wir den Hornindalsvatnet, den tiefsten See Europas mit einer Tiefe von 514 m. Später kommen wir in Nordfjordeid an, ein kleines Städtchen an einem Arm des Nordfjords, welcher bis zu 100 km ins Landesinnere ragt. An der Marina gibt es einen guten Stellplatz direkt am Fjord und wir entscheiden uns, hier zu übernachten.
Wir erkunden das Städtchen Nordfjordeid mit einer schönen Hauptstrasse mit ausschliesslich weissen Häusern. Aber kein Mensch weit und breit.
20. Juni 2023

Am Morgen legt direkt bei uns ein Kreuzfahrtschiff an. Wir haben also beim Frühstück einiges an Unterhaltung. Wir können beobachten, wie das Schiff vertäut wird, die Gangway angedockt wird, die Fahrräder, Scooter und Busse bereitgestellt werden und dann die Gruppen von Kreuzfahrern zu ihren Ausflügen aufbrechen.
Wir wollen heute zu der nationalen Landschaftsroute durch den Gaularfjellet fahren und zumindest eine erste Teilstrecke absolvieren. Doch zuerst geht es bergauf, bevor wir durch einen Tunnel zum nächsten Arm des Nordfjord kommen. Hier wartet die Fähre für die Überfahrt schon auf uns, wir können direkt an Bord fahren und die Fähre fährt kurze Zeit später gleich ab. Irgendwie haben wir nun das Timing mit den Fähren im Griff. Auch diese Fähre ist wie alle anderen Fähren in der Region eine Elektrofähre.
Weiter geht es auf der wunderschönen und abwechslungsreichen Strasse vorbei an verschiedenen Seen, Wasserfällen und durch Täler mit wilden Bächen. Nach rund 80 km verlassen wir die Hauptstrasse und biegen ab auf die Landschaftsroute durch den Gaularfjellet. Und da haben wie sie endlich wieder: die schmale Strasse, auf der Kreuzen schwierig ist. Nachdem wir uns an die vielen Leute und Autos hier im südlicheren Norwegen gewöhnen mussten, freuen wir uns über die Strecke, insbesondere da es hier auch sehr wenig Verkehr hat. Die Strasse führt zuerst durch einen kleinen Zauberwald mit dichten halbhohen grünen Büschen, mit Moos bewachsenen Steinen und dichten Nadelbäumen. Weiter geht es entlang eines Sees mit einem grossen Wasserfall. Nach der Passhöhe bietet sich eine schöne Aussicht auf den nächsten See bevor es wieder, auch mit engen Serpentinen, steil bergab geht. Weiter geht die Strasse entlang von Seen, Wasserfällen und wilden Bergbächen. Und immer begleitet von Lupinen am Strassenrand, welche hier wachsen "wie Unkraut". Weiter geht die Strasse wieder bergauf in eine schönes Bergtal mit verschiedenen Wasserfällen sowohl an den Bergflanken von der Schneeschmelze als auch beim Bach auf dem Talboden. Bei einer der schönsten Stellen direkt bei einem See und mehreren Wasserfällen hat es einen kleinen Campingplatz und wir entscheiden uns, hier zu bleiben und die Gegend noch etwas zu erkunden. Auch wenn wir uns nur auf etwas mehr als 400 Meter Höhe befinden, hat man das Gefühl in einem hohen Tal in den Alpen zu sein. Wir wandern zum einen Wasserfall und danach entlang des Sees zum zweiten Wasserfall. Mal scheint die Sonne, dann ziehen wieder dickere Wolken vorbei. Aber es ist sehr warm, und gegen Abend zeigt sich die Sonne von einem wolkenlosen Himmel und es ist sogar richtig heiss.
21. Juni 2023

Am Morgen ist es bereits angenehm warm und wir frühstücken draussen in dieser herrlichen Umgebung und mit dem Rauschen der Wasserfälle. Bald fahren wir weiter. Die Strasse steigt weiter stetig bergan. Wir passieren noch weitere Wassserfälle und Seen. Die Landschaft mutet sehr hochalpin an, wir sind aber nur auf 650 Meter über Meer. Dann haben wir bald die Passhöhe erreicht. Die Strasse führt noch um eine Kurve, dahinter befindet sich ein Aussichtspunkt. Was für eine grandiose Aussicht: Es geht steil bergab in das nächste Tal, die Strasse windet sich in zahllosen Serpentinen hinunter. Unten angekommen fahren wir im Tal weiter und gelangen bald an den Sognefjord. Dieser ist mit 205 km der längste und mit 1303 m tiefste Fjord Europas. Die Strasse führt meist schmal zwischen dem Fjord und den steilen Berghängen entlang. Und bald erreichen wir bei Balestrand das Ende dieser Landschaftsroute und setzen mit der Fähre ans andere Ufer über. Auch hier hat es entlang den Berghängen und dem Fjord nur knapp Platz für die Strasse. Später hat es dann zwischen den Bergen und dem Fjord etwas mehr Platz und machen so Obstkulturen und schönen Häusern mit Blumen Platz. Die ganze Landschaft erinnert etwas an die Riviera in Italien. Danach nehmen wir die nächste Fähre um über einen weiteren Arm des Sognefjords zum Beginn der Landschaftsroute über den Auerlandsfjellet zu gelangen. Die Hauptstrasse würde in einem langen Tunnel unter diesem Bergmassiv durchführen, wir entscheiden uns aber selbstverständlich für diese Landschaftsroute.
Eine schmale Strasse zweigt am Ende des kleinen Dorfs direkt beim Fjord ab und steigt gleich ziemlich steil an. Diese Strasse ist mehrheitlich nur etwa 3.5 m breit, kreuzen ist also nur an den bezeichneten Ausweichstellen möglich. Es ist zum Glück nicht sehr viel Verkehr, es ist aber auch so ziemlich spannend. Eine solche Strasse wäre in der Schweiz bestenfalls eine Alpstrasse und für den richtigen Verkehr gesperrt. Hier wird dies als Nationale Landschaftsroute aktiv propagiert. Es geht rund 10 km entlang eines schönen Wildbachs aufwärts. Leider ist die Strasse zu schmal um anzuhalten, auch in den Ausstellnischen ist dies zu heikel. So können wir hier die Aussicht nur beim Fahren geniessen. Dann sind wir nach rund 19 km Fahrt auf dem Berg und einer Höhe von ca. 1250 m angekommen und die Strasse führt mehrere Kilometer durch eine hochalpine Landschaft mit Seen, Wasserfällen und grossen Schneefeldern weiter über den Berg entlang. Es lässt sich dann aber erahnen, dass es bald steil und mit vielen Serpentinen wieder auf Meereshöhe heruntergehen wird. Und so ist das, die Strasse windet sich abwärts und nach einigen Kurven kommen wir zu einem Aussichtspunkt wo erstmals der Blick ins Tal und einen weiteren Arm des Sognefjords möglich ist.
Weiter geht die Fahrt in endlosen Serpentinen hinunter nach Auerlandsvangen, das Dorf das fast senkrecht unterhalb des Aussichtspunkts liegt. Vor uns fährt ein grosser, dreiachsiger Touristenbus. Einige spannende und für einige entgegen kommende Lenker anscheinend auch sehr herausfordernde Ausweichmanöver sind die Folge.
Von Auerlandsvangen sind es nur noch rund 10 km bis nach Flam, einem kleinen, aber sehr touristischen Ort am Ende eines Arms des Sognefjords. Hier ist die Endstation der Flambahn, welche als eine der schönsten Eisenbahnstrecken gilt. Und im Fjord liegt auch einmal mehr ein Kreuzfahrtschiff vor Anker. Wir haben aber unser Wohnmobil heute mit zwei schwierigen Pässen genug gequält und bleiben über Nacht hier auf einem Campingplatz unterhalb der steilen Berghänge und direkt beim Dorf und dem Fjord.
22. Juni 2023

Wir haben für heute kurzfristig eine Fahrt auf dem Auerlandsfjord und dem Naeroyfjord, beides Seitenarme des Sognefjords gebucht. Der 19 Kilometer lange Nærøyfjord, der von bis zu 1800 Meter hohen Bergen umgeben ist, gilt als der schmalste Fjord der Welt. An seiner schmalsten Stelle misst der Fjord lediglich 250 Meter.
Die Fahrt wird mit sehr futuristisch anmutenden Katamaranen durchgeführt. Die Schiffe wurden komplett in Leichtbauweise erstellt und verfügen über alternative Antriebskonzepte (Hybridantrieb bzw. rein elektrischer Antrieb). Das rein elektrische Schiff kann innert 20 Min. wieder vollumfänglich aufgeladen werden. Die Fahrt zwischen den hohen Bergen ist absolut eindrücklich. Es geht vorbei an steilen, schroffen Berghängen und unzähligen Wasserfällen, welche sich aus grosser Höhe über und durch die Felsen ergiessen. Die Landschaft ist absolut hinreissend und überwältigend. Es gibt immer wieder neues zu entdecken, neue Sichten und Panoramen. Keine Minute der zweistündigen Fahrt ist uninteressant. Am Ende des Naeroyfjords liegt Gudvangen. Nicht viel mehr als die Pier, ein grosses Gebäude mit Souvenirshop und Selbstbedienungsrestaurant sowie einigen Häusern. Im Restaurant eine lange Schlange und Hektik, da insbesondere verschiedene Ausflüge des Kreuzfahrtschiffs auch hier vorbeikommen. Gleich nebenan ein kleines Häuschen mit einer Bäckerei und einem Kaffee. Absolut hübsch und lieblich mit Stilmöbel eingerichtet. Wir geniessen hier, ganz alleine als die einzigen Gäste, einen feinen Cappuccino und einen Kuchen.
Danach geht’s in einem Shuttelbus zurück nach Flam, die Strecke von 19 km führt durch zwei Tunnels von 11 und 4 km.
23. Juni 2023

Wir fahren bei schönstem und warmem Wetter - man merkt schon, dass wir inzwischen sehr weit südlich sind - in Flam los in Richtung Hardangerfjord und der nächsten Landschaftsroute. Zuerst geht es durch die beiden Tunnel in Richtung Gudvangen. Ab Gudvangen fahren wir in dem Tal weiter, welches die Verlängerung des Tals des Naeroyfjords ist. Weiterhin ein enges Tal mit hohen, sehr steilen Felswänden, über welche sich immer wieder Wasserfälle ergiessen. Weiter geht dann die Fahrt durch breite Täler mit schönen Seen und Landwirtschaft, welche sich dann wieder mit engen Tälern mit Wildbächen und Wasserfällen abwechseln. Beim Übergang von einem breiten Tal in ein schmales Tal ergiesst sich ein schöner Wasserfall über eine hohe Kante im Tal. Die Hauptstrasse umfährt diese Geländestufe in einem langen Tunnel. Wir haben jedoch die Strasse gewählt, welche dem Wasserfall entlang in 3 engen und schmalen Haarnadelkurven führt.
Dann erreichen wir Granvin am Hardangerfjord und den Beginn der Landschaftsroute. Dieser Fjord ist der drittlängste in Europa und hat sehr breite als auch schmale Arme. Wir folgen zuerst einem schmalen Arm. Die Strasse schmiegt sich manchmal 10m über dem Meer, manchmal in 50m Höhe die Berghänge welche steil in den Fjord abfallen.
Das Kriterium für eine Landschaftsroute scheint nicht nur eine speziell schöne Landschaft und Aussicht zu sein, nein anscheinend ist auch wichtig, dass die Strasse schmal und kreuzen nicht möglich ist. Wir sind uns dies inzwischen auch genügend gewohnt. Und es kommen hier auch Busse und Lastwagen in gutem Tempo entgegen. Leider ist es auch nicht möglich, anzuhalten und die Landschaft ausgiebiger zu geniessen, da es entlang dieser steilen Wände keine Parkplätze hat. Nur Ausweichbuchten, diese sind aber für einen Halt nicht wirklich geeignet.
Danach geht dieser Seitenarm des Fjords in den breiten Hauptarm über. Hier hat es auch flache Ufer mit kleinen Dörfern und Bauernhöfe mit Obstkulturen. Bei einigen Buchten hat es auch grössere Dörfer. Später fahren wir mit einer Fähre über den Fjord, die Route führt am gegenüberliegenden Ufer dann wieder in die entgegengesetzte Richtung. Kurz nach der Fähre finden wir einen eher neuen Stellplatz hoch über dem Fjord. Die Aussicht ist absolut grandios
24. Juni 2023

Wir geniessen während des Frühstücks nochmals die grandiose Aussicht auf den Hardangerfjord. Dann fahren wir in den nächsten Ort Jondal. Von hier aus kann man in einen Nationalpark und einem Gletscher hochfahren. Wir wollen dies mit unseren Bikes tun. Doch da macht uns unser Thule Fahrradträger einen Strich durch die Rechnung, Das Schloss der Befestigung lässt sich zwar öffnen, die Klemmmutter lässt sich aber nicht öffnen und dreht leer. Wir können probieren was wir wollen, wir können das eine Bike nicht vom Träger lösen. Und zu viel können wir nicht versuchen, brauchen wir doch eine richtige Befestigung um unsere Ebikes wieder nach Hause bringen zu können. Wir schreiben also mal dem Thule Support und warten auf eine baldige Antwort und hoffentlich eine Lösung.
Wir brechen auch diese Übung ab, fahren zurück und folgen der Landschaftsroute weiter.
Die Strasse wird nun noch schmaler. Richtig eng wird es bei zwei Brücken, wo effektiv auf beiden Seiten nur noch wenige Zentimeter Platz bleiben und beim Ausweichmanöver mit einem Linienbus. Die Strasse führt weiter entlang des Fjords, teilweise entlang von Felswänden, oft aber auch durch Bauernhöfe und Obstgärten. Einmal steigt die Strasse, schmal wie sie ist, auch steil an und führt über mehrere Haarnadelkurven über eine Klippe, welche anscheinend zu steil war um eine Strasse entlang zu bauen. Später, nachdem wir eine Anlegestelle einer Fähre von der anderen Fjordseite passiert haben, wird die Strasse wieder breiter. Eine richtige zweispurige Strasse, es kommt uns fast vor wie eine Autobahn. Der Fjord ist hier auch über rund 30 km gerade.
Am Ende dieses Fjords liegt Odda, eine Stadt mit einiger Industrie und eigentlich unser heutiges Etappenziel. Der Stellplatz am Hafen ist aber sehr ungepflegt und fast vollgestellt. Wir verzichten dankend, auch wenn das Zentrum recht hübsch aussieht und verschiedene schöne Restaurants locken. Ein Campingplatz am Stadtrand ist ausgebucht. So fahren wir noch einige Kilometer weiter und übernachten auf einem kleinen Platz mit direkter Sicht auf den Vidfossen Wasserfall.
25. Juni 2023

Wir beginnen den Tag mit einem kurzen Spaziergang zum Wasserfall in der Nähe des Campingplatz. Wir haben diesen von unserem Platz aus sehen können und das Geräusch des Wassers hat uns auch die ganze Nacht "in den Schlaf gerauscht". Danach geht die Fahrt weiter durch das enger werdende Tal, welches grösstenteils durch einen breiten Bergbach ausgefüllt wird. Das Ende dieser Landschaftsroute ist beim Wasserfall Latefoss. Dieser Zwillingswasserfall ist mit seiner Breite und einer Höhe von 160 m einer der eindrucksvollsten Wasserfälle die wir auf unserer Reise gesehen haben. Die Gewalt des Wassers ist hier richtig spürbar und die Gischt weht weit durch das enge Tal. Weiter geht die Fahrt über einen kleineren Pass ins Skigebiet Roldal, wo kurz danach die nächste Landschaftsroute Ryfilke beginnt. Selbstverständlich ist auch diese Strasse oftmals sehr schmal, wobei hier neu auch unbeleuchtete Tunnel dazu kommen. Wir haben aber schon im Norden in den schlechter beleuchteten Tunnels von den Norwegern gelernt, mit Scheinwerfer zu fahren solange kein Gegenverkehr herrscht.
Für einmal eine Strecke ohne Fjorde. Doch Wasser und Bergformationen sind auch hier das grosse Thema. Die Strasse geht abwechselnd entlang enger Canyons und breiter Seen durch die Region Ryfilke. Das Wasser in den Bächen ist glasklar und schimmert in den unterschiedlichsten Grüntönen. Die Berge und Hügel an den Ufern der Seen sind oft durch die Gletscher rund und zu eindrücklichen Formationen geschliffen.
Wir übernachten in einem Camping direkt am Fluss. Zum Campingplatz gehört eine grosse alte Herrschaftsvilla, umgebaut zum Hotel mit einem angebauten Motel. Das Gebäude steht leer und hat seine besten Zeiten eher schon länger her erlebt.
26. Juni 2023

Wir geniessen noch die Morgensonne und Frühstücken draussen mit Sicht auf den Fluss. Für heute ist nach vielen Tagen Sonnenschein und Wärme bis 30 Grad eine Wetterumbruch angekündigt. Im Wetterradar ist die Störung als Regenband über dem Atlantik kurz vor der Küste auch schon erkennbar.
Ziel heute ist die Stadt Stavanger. Die Strecke führt nun dem Fluss entlang abwärts zum Meer und der Fjordlandschaft in der weiteren Region Stavanger. Die Strasse führt entlang einiger schmaler Fjorde, welche auch mit Brücken und mit einer Fähre überquert werden. Das Benutzen einer Fähre ist für uns schon fast so normal wie Zug oder Tram fahren, haben wir doch inzwischen schon etwa 30 Fährpassagen auf unserer Reise erlebt.
Dann ist die Schlechtwetterfront da, mit starkem Regen und Wind. Die Temperatur sinkt innert weniger Minuten von 25 auf 15 Grad. Kurz vor Stavanger unterqueren wir den Fjord durch den aktuell längsten Unterseetunnel der Welt. Der Tunnel mit zwei richtungsgetrennten doppelspurigen Röhren ist 14.5 km lang und hat seinen tiefsten Punkt knapp 300 m unter dem Meeresspiegel. Nächstens soll auch in der Region Stavanger ein neuer Tunnel eröffnet werden, welcher sogar 400 m unter den Meeresspiegel führt. Wir haben in Norwegen ganz verschiedene Tunnel erlebt, von roh in den Berg gehauenen, einspurigen Tunnels bis hin zu diesem technischen Meisterwerk. Auch Kreisel, Abzweigungen und Kreuzungen gibt es hier in Tunnels.
Danach erreichen wir Stavanger und finden einen Stellplatz auf dem Stadtcamping direkt an einem See. Es regnet in Strömen und wir beginnen deshalb unseren Aufenthalt in dieser Stadt mit einer Siesta im Wohnmobil. Später bessert sich das Wetter und sogar die Sonne zeigt sich wieder. Wir fahren mit Trottis in die Stadt. Wir hatten keine Ahnung, was uns hier erwartet. Bisher haben wir nicht viel von Stavanger gehört, ausser dass es die Ölhauptstadt von Norwegen ist und sehr industriell. Deshalb sind wir sehr positiv von der fröhlich bunten Innenstadt und den weissen, blumengeschmückten Häusern in der Altstadt überrascht. Jetzt wo die Sonne wieder hervorkommt und es etwas wärmer wird, herrscht fröhliches Leben auf den Strassen. Viele schöne Kaffees und Restaurants laden zum Verweilen ein. Auch wir geniessen in einem Kaffee leckere Crevetten- und Avocado-Scampi Toasts .
27. Juni 2023

Am Abend hat es wieder angefangen zu regnen und die ganze Nacht und auch heute Morgen war das Wetter schlecht. Wir haben deshalb am Morgen die Zeit für die Planung der weiteren Reise (und leider auch der baldigen Rückreise) genutzt und sind erst gegen Mittag wieder mit den Trottis in die Stadt gefahren. Inzwischen scheint auch die Sonne wieder und wir bummeln noch etwas durch die Altstadt Gamle Stavanger bevor wir mit einem grossen Elektrokatamaran eine Kreuzfahrt in den Lsyefjord machen.
Der Lsyefjord ist wegen seinen steil abfallenden Bergflanken und vor allem wegen den beiden bekannten Hotspots Preikestolen, der 25 x 25m grossen Felskanzel von wo aus es 600m senkrecht in Meer hinunter geht, und dem Kjeragbolten, einem 5 m3 grossen Monolithen der 1000 m über dem Fjord in einer Felsspate eingeklemmt ist, berühmt. Eine Wanderung zum Preikestolen haben wir verworfen als wir erfahren haben, dass bei gutem Wetter mehrere tausend Personen hier hochsteigen. Deshalb haben wir uns für die Fjordkreuzfahrt entscheiden und betrachten Preikestolen von unten. Viel eindrücklicher sind für uns aber die Felswände und -Formationen sowie generell die Schärenlandschaft rund um Stavanger.
Zum Nachtessen haben wir in einem originellen, kleinen Restaurant namens Foodloose (in Anlehnung an den Tanzfilm) reserviert, welche Fingerfood in spannenden Variationen anbietet.
28. Juni 2023

Wir verlassen Stavanger am Morgen um ganz in den Süden von Norwegen zu fahren. Doch zuerst füllen wir noch Verpflegung für das Wohnmobil in den Tank und für uns in den Kühlschrank. Nach Stavanger geht es auf der letzten Landschaftsroute Jaeren Richtung Süden. Auf Visit Norway wird diese Gegend wie folgt beschrieben: hoher Himmel, weiter Horizont und endloses Meer, ständig wechselndes Wetter und Licht, lange Sandstrände und Dünen. Die Strände mit den Sanddünen sind nach den vielen Fjorden, Bergen und Felsen extrem eindrücklich und ungewohnt, aber auch sehr schön. Entlang der Route hat es auch einen alten Friedhof direkt am Meer. Es hat hier auch noch Grabsteine aus dem vorletzten Jahrhundert, aber auch einen Grabstein für in dieser Gegend damals ertrunkene Seeleute, welche hier begraben sein sollen. Auch Relikte des Atlantikwalls aus dem Zweiten Weltkrieg sind zu sehen, neben Bunkern und Befestigungen auch Panzersperren aus normalen Felsen entlang der Strasse.
Bald wird die Landschaft felsiger und geht wieder in eine hügeligere Strecke mit den von Gletschern geschliffenen Bergen mit Seen über. Mehrere kleinere, aber steile (und natürlich schmale) Pässe sind hierbei zu überwinden und führen zu kleinen Fjorden. Im Meer hat es auch immer wieder kleine Schäreninseln. Auffallend sind hier auch die kleineren und grossen meist runden Monolithen, die irgendwo zuoberst auf einem Berg oder Hügel liegen und von den Gletschern da abgelagert wurden. Sie sehen aus, als würde ein kleiner Schubser genügen, damit sie ins Tal rollen, liegen aber vermutlich seit der letzten Eiszeit vor über 20'000 Jahren so da.
Wir fahren bis Farsund, wo wir einen Platz in einem kleinen Campingplatz direkt in den Sanddünen am Meer finden. Jetzt sind wir ganz im Süden Norwegens angekommen, haben also dieses Land von fast ganz im Norden bis ganz in den Süden erleben dürfen.
29. Juni 2023

Heute ist ein ziemlich regnerischer Tag angesagt. Am Morgen ist jedoch das Wetter noch besser als wir dies erwartet hätten. Wir planen nun am Morgen mit etwas Wehmut noch die letzte Woche unserer Reise. Wir werden diesen Samstag Norwegen mit der Fähre nach Hirtshals in Dänemark verlassen, noch einige Tage in Dänemark am Meer und im Nationalpark Wattenmeer an der Nordsee verbringen und dann gegen Ende Woche die rund 1000 km nach Hause unter die Räder nehmen.
Nach dem Mittag machen wir uns bei Nieselregen mit den Ebikes auf, die nähere Umgebung zu erkunden. In die eine Richtung der Küste entlang finden wir schöne Buchten mit kleinen Inselchen. In der einen Bucht sind verschiedene Grillstellen vorhanden, jede auch separat mit einem Holzofen. Wir können uns vorstellen, dass dies auch im Winter eine wunderschöne Stelle für ein Picknick sein kann. In einer Bucht hat es ein ganz kleines Dorf mit schönen, gepflegten weissen Häusern direkt an der steilen Küste.
In die andere Richtung hat es lange Sanddünen. Diese sind recht hügelig und durchfurcht. Wir lernen, dass dies durch Wind und Wasser bei Sturmfluten so geformt wird. Wir fahren trotz leichtem Regen mit den Bikes noch nach Farsund, einer kleinen Stadt. Am Hafen hat es einige alte hölzerne Segelschiffe. Als es etwas stärker beginnt zu regnen, "flüchten" wir in ein Einkaufscenter, trinken Kaffee und kaufen ein. Leider die falsche Entscheidung. Der Regen wird stärker und stärker, so dass wir schlussendlich die Rückfahrt bei sintflutartigem Regen machen. Trotz Regenkleidung kommen wir völlig durchnässt wieder zurück.
30. Juni 2023

Wir bleiben an der Küste in Nähe von Farsund. Nach dem gestrigen Regen ist heute ein recht sonniger Tag. Wir hatten eigentlich vor, mit den Bikes zu einem Leuchtturm zu fahren. Leider ist aber der grösste Teil des 25 km langen Wegs auf der Hauptstrasse. Dafür haben wir keine Lust.
Wir entscheiden uns deshalb, die Sanddünen-Landschaft in der näheren Umgebung noch etwas zu erkunden und so wandern wir der Küste entlang und auf eine kleine Halbinsel. Diese Landschaft mit den Schäreninseln, den Dünen und dem Gras gefällt uns einfach sehr gut.
1. Juli 2023

Heute beginnt also die Rückreise in die Schweiz. Obwohl wir diese mit den geplanten Aufenthalten in Dänemark und am Wattenmeer eher geruhsamer und "gut verdaulich" angehen, machen wir uns mit ziemlichen Wehmut auf den Weg. Mehrere Monate haben wir uns auf diese Reise vorbereitet und gefreut. Nun ist dies bald alles nur Erinnerung.
Ein guter Moment um eine kleine Bilanz zu ziehen:
- 42 Tage bisher unterwegs, das sind auch 42 Tage leben und schlafen im Wohnmobil. Ein Tiny House auf Rädern mit allem Komfort auf 20 m2. Es ist uns keinen einzigen Tag als eng oder unbequem vorgekommen. Es hat uns auch nie etwas gefehlt. Nein, es ist uns zum zweiten zu Hause geworden.
- Rund 5700 km Roadtrip durch Schweden und Norwegen. Zusammen mit der Anfahrt und Rückreise werden dies ca. 8300 km werden insgesamt. Dazu rund 30 Passagen mit Fähren, Überfahrten von 20 Minuten bis 3 Stunden.
- Wir haben extrem viel erlebt und viele unterschiedliche Eindrücke mitgenommen. Ohne unser Tagebuch würde wir alles vermutlich gar nicht mehr auf die Reihe bekommen.
- Drei Jahreszeiten (Frühling, Winter und Sommer) in 2 Monaten. Temperaturen von 0 bis 30 Grad und Schnee, Regen und Sommertage erlebt.
- 1482 Fotos bis heute, welche dann zu Hause aussortiert und bearbeitet werden sollten.
Wir fahren rund 100 km bis Kristiansand um die Fähre nach Hirtshals in Dänemark zu erreichen. Norwegen macht und den Abschied insofern etwas einfacher, als dass es zeitweise regnet und auf diesem letzten Stück eigentlich nicht mehr viel zu sehen ist. Die letzten Kilometer fahren wir sogar mal wieder auf einer richtigen Autobahn. Wir sind einiges zu früh in Kristiansand und machen das, was wir in den letzten Wochen ausgiebig geübt haben: Auf die Fähre warten.
Die Überfahrt nach Hirtshals mit der Hochseefähre mit verschiedenen Restaurants und Shops dauert 4 Stunden und wir verbringen diese in einer gemütlichen Lounge. Wir stehen ziemlich weit vorne auf der Fähre und können so das Öffnen der Rampe beim Anlagen beobachten. Das erste was wir durch die sich öffnende Rampe sehen, sind sich drehende Windräder. Träumen wir? Nein, in Hirtshals sind auf der Hafenmole vier nicht sehr hohe Windräder installiert, und beim Vorbeifahren hat man fast das Gefühl, zwischen der Rotorblättern durchfahren zu müssen.
Wir gehen auf den Campingplatz von Hirtshals, welcher direkt am Meer liegt und von jedem Platz aus Sicht auf das Meer bietet.
Über allem thront der Leuchtturm von Hirtshals. Das Wetter klart auch auf. Und bei unserer Ankunft installiert sich gleich ein Güggeliwagen auf dem Platz. Sowas nennen wir doch eine wunderbare Lage und einen gebührenden Empfang!
Nach dem Nachtessen machen wir noch eine Runde am Meer und steigen zum und auf den Leuchtturm hoch.
2. Juli 2023

Am Morgen Sonnenschein, aber auch schon ziemlich starker Wind. Dieser soll im Laufe des Tages noch zunehmen und bis zum Abend zu Sturmstärke anwachsen. Wir stellen das Wohnmobil mal so auf den Platz, dass wir im Windschatten sitzen und die Sonne geniessen können.
Später machen wir uns auf um dem Strand entlang gehen zu können. Wir gehen zuerst gegen den Wind, dann fällt der Rückweg leichter. Der Wind ist schon ziemlich stark und bald haben wir den Sand in jeder Ritze der Kleidung und es knirscht auch zwischen den Zähnen.
Am Anfang des Strandes hat es eine Art Robidog mit der Bitte, einen Plastiksack mitzunehmen und beim Spaziergang allfällige Abfälle mitzunehmen und mitzuhelfen, das Ufer sauber zu halten. Natürlich machen wir mit. Wir sind danach etwas schockiert. Nach rund einer Stunde haben wir den Sack in der Grösse einer Einkaufstüte gefüllt mit Plastikabfällen, Teilen von Netzen, Verpackungen und Resten von Tauen. Unglaublich was da zusammenkommt ohne dass man intensiv sucht.
Der Wind frischt laufend auf und vom Meer her droht eine dunkle Regenwand. Wir kehren um, der Regen holt uns jedoch sehr schnell ein. Da wir nun aber mit dem starken Wind laufen, ist das nicht so schlimm. In den nächsten Stunde erreicht der Wind Sturmstärke mit Böen bis zu 100 km/h. Dazu immer wieder Regen und ganz ganz kurze Sonnenstrahlen. Wir bleiben deshalb im Wohnmobil, beglücken nochmals den Güggeligrillwagen und richten uns auf eine unruhige Nacht ein. Das gestern so schöne, ruhige Meer zeigt sich heute mit hohen sich brechenden Wellen und viel Gischt.
3. Juli 2023

Die Nacht war ziemlich stürmisch und auch entsprechend unruhig. Der Sturm soll sich erst am Abend etwas abschwächen. Die Katamaran-Schnellfähre hat den Betrieb wegen des Sturms eingestellt. Zum Glück sind wir am Vortag von Norwegen nach Dänemark gefahren, die Überfahrt dürfte heute ziemlich unangenehm sein. Deshalb entscheiden wir uns, das Nordsee Aquarium von Hirtshals zu besuchen. Wir machen uns auf den Weg, auf dem Hinweg mit dem Wind im Rücken, bei Böen müssen wir uns zum Teil dem zusätzlichen Schub von hinten mit Rücklage ziemlich abbremsen. Wir gehen quer durch Hirtshals. Was uns auffällt: Hier hat man keine Vorhänge, im besten Fall Jalousien, welche aber fast ausschliesslich geöffnet sind. So sieht man überall direkt in die Wohn- und Esszimmer. Da es schon gegen Mittag geht, sehen wir einige Menschen fast direkt neben der Strasse an ihren Esstischen.
Im Aquarium hat es erstaunlich viele Besucher, was vermutlich mit dem Wetter zu tun hat. Eindrücklich ist vor allem das riesige, über 3 Stockwerke reichende grosse Aquarium mit vielen grossen Fischen aus der Nordsee. Am eindrücklichsten natürlich die Haie und die beiden riesigen, aber seltsam anmutenden Mondfischen. Unter einem grossen Robbenbecken führt ein Glastunnel durch. Immer wieder faszinierend, diesen Tieren bei ihrem mühelosen und eleganten Schwimmen zuzuschauen. Ebenfalls interessant sind die vielen Aquarien mit den verschiedensten Lebewesen der Ozeane, von kleinsten Garnelen und blauen Hummern zu verschiedenen Fischen und Quallen.
Der Rückweg gegen den Wind wird ziemlich anstrengend. Bei Böen ist es schlichtweg nicht mehr möglich weiter zu gehen, der Wind ist zu stark. Wir flüchten uns zwischendurch in einen Lebensmittelladen und füllen unsere Vorräte nochmals auf.
Abends gehen wir für das Nachtessen in das Städtchen. Die Sommerferien haben aber definitiv angefangen, alle Restaurants sind voll besetzt und wir bekommen keinen Tisch mehr. Vermutlich auch viele Touristen welche bereits am Vortag für die Fähren nach Norwegen angereist sind. Wir kaufen in einem Lebensmittelladen eine Aufbackpizza und essen im Wohnmobil. Abends wird der Wind leicht schwächer, doch rüttelt er nach wie vor den grössten Teil der Nacht am Wohnmobil.
4. Juli 2023

Wir fahren nach dem Frühstück ab in Richtung Deutschland und Nationalpark Wattenmeer, eine Strecke von knapp 450 km. Wir freuen uns sehr auf die beiden gebuchten Ausflüge, eine Schifffahrt zu den Seehundbänken und eine geführte Wanderung durch das Wattenmeer. Die Fahrt auf der Autobahn ist nicht sehr spannend. Die Gegend ist ziemlich flach und es gibt eigentlich nicht viel zu sehen.
Nach ungefähr der Hälfte der Fahrt bekommen wir auf dem Smartphone eine Warnung des Deutschen Wetterdienstes. Es baut sich vor der Küste ein sich schnell bildendes Sturmtief auf und es muss am Mittwoch mit Orkanböen gerechnet werden. Höchste Warnstufe. Kurz darauf eine SMS, dass deshalb die Fahrt zu den Seehundbänken abgesagt werden muss. Es macht keinen Sinn, bei Orkan in Büsum zu sein und wir entscheiden uns, auf den Abstecher dahin leider zu verzichten und definitiv den Heimweg anzutreten. Schade.
Da der Sturm erst gegen Mittag am Mittwoch richtig losgeht, entscheiden wir uns im Norden Deutschlands am Nord-Ostsee Kanal zu übernachten, haben wir diesen doch bisher noch nie richtig gesehen. Doch zuerst überqueren wir diesen auf einer hohen Autobahnbrücke. Danach ist die Ausfahrt wegen Bauarbeiten gesperrt. Eine Umleitung ist signalisiert, jedoch nicht optimal, deshalb nehmen wir eine falsche Abzweigung, welche uns nochmals auf die Autobahn und über die Brücke über den Kanal führt. Also bei der nächsten Ausfahrt wieder raus und nochmals über die Brücke. Dieses Erlebnis haben wir also ausgiebig ausgekostet. Danach finden wir den richtigen Weg.
Beim ersten Stellplatz am Kanal wird uns der letzte Platz gerade vor der Nase weggeschnappt. Erstaunlich, ist es doch erst Mitte Nachmittag. Also weiter nach Rendsburg, wo es zwei weitere Stellplätze direkt am Kanal hat. Wir unterqueren hier den Kanal in einem Tunnel und erreichen den ersten Stellplatz im Hafengelände. Wir können gerade den zweitletzten freien Platz ergattern. Die Schiffe fahren hier wenige Meter neben unserem Wohnmobil durch. Der Platz ist direkt neben der grossen Eisenbahnbrücke aus Stahl gelegen. Diese hat eine lichte Höhe von 42 m, was für die Züge eine doch recht lange Rampe zur Brücke bedingt. Auf der Seite der Stadt wurde dies mit einer Schlaufe gelöst. Unter der Brücke ist eine Fähre an Seilen aufgehängt. Eine fast normale Fähre, nur dass sie einige Meter über dem Wasser schwebt.
Gleich neben der Brücke hat es ein Restaurant mit Wintergarten zum Kanal, so dass wir während dem Nachtessen weiter den Schiffen beim Passieren des Kanals zuschauen können.
5. Juli 2023

Am Morgen geniessen wir noch kurz die Aussicht auf die vorbeifahrenden Schiffe. Insbesondere die Containerschiffe sich doch recht gross und nutzen die maximalen Masse des Kanals voll aus. Wir machen uns aber zeitig auf den Weg, soll doch der Sturm Auswirkungen bis auf die Höhe von Hannover haben. Wir möchten noch gerne vor dem Sturm durch Norddeutschland fahren. Bis nach Hause sind es noch über 1000 km, wir entscheiden uns deshalb, in Köln auf etwa halbem Weg noch zu übernachten.
Wir fahren immer etwa an der Grenze zwischen dem schlechten Wetter im Norden und dem besseren im Süden. Das Tief ist also ziemlich gleich schnell wie wir unterwegs. Der Wind frischt ziemlich schnell auf. Im Radio ist dieser ausserordentliche Sommersturm ein grosses Thema. Die Fahrt ist teilweise wegen den starken Böen auf der Autobahn auch ziemlich anspruchsvoll.
Wir erreichen Köln so Mitte Nachmittag und stellen das Wohnmobil auf einen Campingplatz am Stadtrand direkt am Rhein. Mit E-Scootern fahren wir in die Stadt und besuchen zuerst den Kölner Dom. Ein absolut imposantes Bauwerk. Wir gehen an die Rheinpromenade, wo es viele Restaurants hat. Da es schönes Wetter ist, hat es auch viele Leute hier, welche den Feierabend geniessen.
Später fahren wir zurück zum Campingplatz und geniessen noch die letzten Sonnenstrahlen am Rhein. Auf einer Kiesbank hat es noch eine grössere Zahl Wildgänse und eine Nilgans mit mehreren Jungen. So kling der letzte Abend unserer Reise aus.
6. Juli 2023

Heute geht es zurück nach Hause. Eine Strecke von 550 km liegt vor uns. Wir haben noch etwas Befürchtungen wegen des Verkehrs, ist doch die Autobahn Frankfurt - Basel bekannt für die Staus. Wir haben jedoch nur einmal einen Stau, bei dem wir aber recht gut durchkommen. Um 17 Uhr sind wir wohlbehalten wieder zurück zu Hause. Nun heisst es, uns wieder auf den Alltag einzustellen.
Wir nehmen enorm viele Eindrücke und Erlebnisse mit. Das Tagebuch wird hier sicher extrem hilfreich sein, verschwimmen doch viele Erinnerungen und Erlebnisse. So können wir diese wieder richtig zu- und einordnen.